Das Sozialtickerportal
Home | Der Sozialticker e.V. | Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Nutzungsbedingungen | Kontakt

Montag, der 24. November 2014   English  English flag    French  French flag

 

Sehrbrock: Scholz Vorschläge helfen Praktikanten nicht

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock hat es als bedauerlich bezeichnet, dass Arbeitsminister Olaf Scholz darauf verzichtet, die Situation von Praktikantinnen und Praktikanten zu verbessern. „An der gesetzlichen Grundlage ändert sich nichts. Schon heute soll ein Praktikum ein ‚Lernverhältnis’ und die Vergütung ‚angemessen’ sein. Wir wissen, dass sich viele Unternehmen darum keinen Deut scheren,“ sagte Sehrbrock in Berlin.

Sie forderte den Arbeitsminister auf, Praktika generell auf drei Monate zu begrenzen. „Der Arbeitsminister hat es in der Hand, den Missbrauch von Praktika auszuschließen. Eine zeitliche Begrenzung per Gesetz ist das einfachste Instrument, um sicher zu stellen, dass das Praktikum tatsächlich ein Lernverhältnis ist. Je länger Praktika dauern, desto größer ist die Gefahr, dass sie reguläre Beschäftigung ersetzen sollen.“

„Fast zwei Millionen junge Menschen fangen nach Studium oder Ausbildung noch mal ganz von vorne an – als Praktikant. Nicht mal 20 Prozent werden anschließend befristet oder unbefristet übernommen,“ so Sehrbrock. „Wir können nicht täglich die große Bedeutung von Bildung und Innovation preisen und gleichzeitig zusehen, wie junge, motivierte und gut ausgebildete Menschen für wenig oder kein Geld als Praktikanten ausgenutzt werden.“

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine repräsentative Befragung von Berufseinsteigerinnen und -einsteigern im Alter von 18 und 34 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung in Auftrag gegeben. Danach absolviert ein Fünftel nach Ausbildung oder Studium mindestens noch ein Praktikum. Mehr als drei Viertel der Befragten gibt an, während des Praktikums mindestend die Hälfte der Arbeitszeit als „normale“ Arbeitskraft eingesetzt worden zu sein.

Die Befragten stellen sich mehrheitlich hinter die DGB-Forderungen: 50 Prozent sind der Auffassung, dass Praktika auf die Zeit vor Ende der Ausbildung begrenzt werden sollten, 63 Prozent befürworten die Einführung einer Mindestvergütung, 64 Prozent sind für eine gesetzliche zeitliche Begrenzung von Praktika.

Quelle: DGB - Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 25. März 2008 um 8:03 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

Verbraucherinformationen





  1 Kommentar / Frage veröffentlicht


Weitere Beiträge zu diesem Themengebiet:


Weitere aktuelle Meldungen:



1 Kommentar / Frage

Lesen Sie Kommentare / Fragen, welche andere Leser hinterlassen haben.


1. ... Kommentar von Steinbock am Donnerstag, 11.12.2008.

Wenn Heuchelei einen Namen braucht, dann ist dieser nun gefunden worden.

Seit dem Frühjahr zählt Olaf Scholz zu den Freunden des akademischen Prekariats. “Wir wollen dafür sorgen, dass Praktikanten ordentlich behandelt werden”, sagte der SPD-Minister. Geplant ist, das Bürgerliche Gesetzbuch zu erweitern: Paragraf 612 soll ergänzt werden und künftig einen Passus zur angemessenen Bezahlung von Praktika enthalten.

Doch die gut hundert Praktikanten, die pro Jahr das Bundesarbeitsministerium durchlaufen, erhalten keine Vergütung. “Wir beschäftigen doch nur Studenten, die Pflichtpraktika ableisten”, begründet das eine Sprecherin des Ministeriums. “Auf keinen Fall werden sie bei uns als Arbeitskräfte eingesetzt. Sie sollen dazulernen. Zudem sind die Praktika auf drei Monate begrenzt.” Immerhin bekommen die Praktikanten Essensgutscheine für die Kantine sowie ein Bahnticket für die Hin- und Rückfahrt.

Quelle und Volltext: Spiegel Online -spiegel.de


Kommentar / Frage hinterlegen ...

Wenn Sie einen öffentlichen Kommentar oder eine öffentliche Frage zu dem oben gezeigten Artikel hinterlassen wollen, füllen Sie nachfolgendes Formular aus. Bitte achten Sie auf die Netikette, bevor Sie Ihren Kommentar einsenden. Der Webseitenbetreiber behält sich das Recht vor, Einsendungen ohne Angabe von Gründen zu löschen oder zu editieren.
Alle Einsendungen werden vor der Veröffentlichung moderiert.





Verbraucherinformationen

Dachdecker

 
Webseiteninfo: Der Sozialticker e.V. | Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Nutzungsbedingungen | Kontakt

Service: Nachrichten als RSS XML

Valid Valid Valid

Powered by wordpress | wp-theme:mw | © sozialticker e.V.