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Scripted Reality … oder was sind Bewerbungen überhaupt noch wert

Die Medien (ob geschrieben oder bebildert) berichten unisono über die Vielzahl offener Stellen, Facharbeiter dringend gesucht…

Der „Realitätscheck“ öffnet indes ein vollkommen anderes Bild. In früheren Zeiten (ausgehendes letztes Jahrhundert) war es üblich, Stelleninserate in der Tageszeitung zu offerieren. Diese Inserate haben sich in den Raum des Netzes verlagert. Ob Jobbörsen, Homepages oder Ähnliches. Der Mensch ohne Internet Zugang bleibt folglich außen vor.
Dennoch verfolgt man die einzelnen Anzeigen, dann verbleiben viele über Wochen oder Monate im virtuellen Raum. Lediglich die Daten werden aktualisiert („aktualisiert am…“).

Viele der inserierten Firmen bestehen auf eine elektronische Bewerbung. Zumeist unter dem Hinweis, dass Bewerbungsmappen erst gar nicht angenommen, bzw. nicht zurückgesendet werden können oder ein vorfrankierter Rückumschlag beigefügt werden soll. Soweit so gut. In den allermeisten Fällen bekommen Bewerber nach einer Frist von 2 bis 3 Wochen eine Absage mit einem standardisierten Text wie z. B.:

Bei der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen ist uns die Auswahl nicht leicht gefallen. Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.

Wenn die gleiche Stellenausschreibung nach erfolgter Absage weiterhin online geschaltet ist, ergeben sich die Verdachtspunkte, dass es sich vermutlich um Werbung im ursprünglichen Sinn handeln könnte. Es lässt sich ferner vermuten, dass diese offenen Stellen in die allgemeine Statistik einfließt und ein verzerrtes Bild der eigentlichen Situation wieder gibt.

Es scheint für die Firmen ein gutes Renommee darzustellen, wenn sie mit ihren vermeintlich offenen Stellen in die Öffentlichkeit dringen. Selbstverständlich spricht sich eine solche Attitüde herum. Die Werbung unter Zuhilfenahme offener Stelle verpufft, oder kehrt ins Gegenteil um.

Der Bewerber, der sich heute noch die Mühe macht, eine Bewerbungsmappe zusammenzustellen und sie mit Hin- und Rückporto füttert, bezahlt für jene Verhaltensweise kräftig mit. In früheren Zeiten hätte sich vermutlich kein Mensch auf eine Anzeige geregt, in der gestanden hätte, dass ein vorfrankierter Rückumschlag gleich beiliegen sollte. Man hätte gedacht, wenn diese Firma sich kein Porto leisten kann, wie sieht es dann eigentlich mit der Gehaltszahlung oder deren Liquidität aus?

Solche Überlegungen sind über Bord geschmissen, da sich dieses Verhalten durchgesetzt hat.

Ehrlichkeit ist im menschlichen Zusammenleben ein Wert, der nicht verhandelbar ist. Da stellt sich die Frage: Wenn ich niemanden suche und mit falschen Tatsachen spiele, ist dies nicht ein Betrug bzw. arglistige Täuschung an arglosen Mitmenschen?

Von dem Umgang mit Bewerbungsmappen sprechen wir lieber erst gar nicht. Kaffeeflecken, zusammengeklebte Unterlagen, Spuren von Notizen sind die harmlosere Form. Das, was jene Personalsachbearbeiter nicht beachten, ist, dass man aus ihrer Verhaltensweise eine Geringschätzung zulasten des Bewerbers herauslesen kann. Des Weiteren fragt sich der Bewerber, der vielleicht auch einmal Kunde dieses Unternehmens sein könnte, wenn jene Firma XY derart „schlampig“ mit fremden Unterlagen umgeht, wie geht sie mit mir als Kunde um? Diese Gesellschaft ist auf wechselseitige Rollen angelegt und deshalb gilt der altbekannte Spruch: „Man trifft sich immer zweimal im Leben.“

Vor langer Zeit sprach ein weiser Lehrer einmal zu mir: „Schau dir die Menschen an, so wie sie sich dir gegenüber verhalten, so verhalten sie sich jedem gegenüber.“

Dies ist nur ein kleines Beispiel aus dem Alltag des Lebens. Es ist jedoch für jeden nachvollziehbar. Denn ein so genannter Faktenscheck lässt sich einrichten.

Man könnte zu dem Schluss kommen, für die Wirtschaft gilt das gleiche wie für die Bildmedien: scripted reality.

Quelle und vollständiger Artikel: Duckhome

Startseite - Veröffentlicht am: 6. Juni 2011 um 10:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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4 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von erika am Montag, 6.6.2011.

Es lässt sich ferner vermuten, dass diese offenen Stellen in die allgemeine Statistik einfließt und ein verzerrtes Bild der eigentlichen Situation wieder gibt.
- dass, ist schon sehr lange bekannt, und doch wird nichts dgegen unter-
nommen -


2. ... Kommentar von AbisZ am Montag, 6.6.2011.

Wenn ein Unternehmen etwaige Stellenangebote inseriert, kann als Möglichkeit genutzt werden, dort anzurufen oder eine kurze eMail zu schreiben oder ein Fax, um zu fragen, ob die beschriebene Stelle überhaupt noch zu besetzen ist - und jeweils zugleich anzubieten, dass die vollständige Bewerbungsmappe dem Unternehmen zugesandt wird, falls tatsächliches Interesse besteht.

Von zu vielen Firmen erhält man auf diese Erstbemühungen schon keinerlei Reaktion. Die Gründe sind unterschiedlich, aber einer solchen Firma möchte ich nicht zugehören , sie taugt nichts – und deshalb braucht es auch keine Zusendung der Bewerbungsmappe.

Die Zahlen des - und überhaupt das Thema „Fachkräftemangel“ sind m.E. gefakt, denn wenn es anders wäre, gäbe es nicht so viele Arbeitslose und besonders keine Langzeitarbeitslosen. Die Argumente „der Wirtschaft“ sollen „als Beweis“ herhalten, die Deutschen seien „als Fachkräfte“ nicht geeignet und sollen als Rechtfertigung für die „Notwendigkeit“, Billiglöhner aus dem Ausland zu ordern, dienen. (Deshalb gibt es auch noch kein Mindesteinkommen oder anderes Wort: Mindestlohn (wobei beides - unterm Strich - seeehr unterschiedlich ist).


3. ... Kommentar von diogenes am Montag, 6.6.2011.

arbeitskräftemangel ?
der witz des tages oder wie jammer ich als unternehmen um subventionen für einstellungen zu bekommen.
die eigenen facharbeiter will man nicht weil sie anscheinend zu teuer sind und weiterbildung für den eigenen betriebstamm ist eben zu teuer.
deutschland hat ein facharbeiterpotential das im europäischen maßstab besser ist als wie man glaubt.
nicht die politik oder sonst eine institution ist für weiter - und ausbildung zuständig sondern die unternehmen selbst.
jedoch das könnte ja die gewinnmarge schmälern. also wird kräftig weiter gejammert was ja heute schon zum guten ton in der branche gehört.
wer lange genug jammert wird schon irgendwann von politlobbyisten erhört.


4. ... Kommentar von Andreas am Montag, 6.6.2011.

es gibt keine offenen Stellen……………


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