Um sich vor ungewollten Kosten zu schützen, können Smartphones / Handybesitzer vom Mobilfunkanbieter kostenfrei eine Drittanbietersperre einfordern, darauf weist die Verbraucherzentrale Merzig hin. In der Verbraucherberatungsstelle Merzig beschweren sich immer wieder Verbraucher, weil auf ihren Mobilfunkrechnungen unerwartete Rechnungsposten beispielsweise über Abonnements für Klingeltöne oder sonstige Dienste auftauchen. Oftmals ist den Verbrauchern nicht bewusst, dass sie ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen hatten – das böse Erwachen kam mit der Rechnung des Mobilfunkanbieters. Unwissentlich sind so schon zahlreiche Smartphone-Besitzer in der Kostenfalle gelandet, weil sie unbeabsichtigt auf ein Werbebanner oder auf eine sich öffnende Internetseite getippt haben.

Bereits beim Antippen des Werbebanners wird unter anderem die Rufnummer des Verbrauchers automatisch übermittelt. Mit dieser kann der Mobilfunkanbieter ermittelt und ein Zahlungsvorgang für das angebotene Abo ausgelöst werden. Möglich macht die Masche das sogenannte „WAP-Billing“. Dieses ermöglicht das „unkomplizierte Abbuchen“ per Smartphone, da keine Konto- oder Kreditkartendaten angegeben werden müssen. „Die sogenannte Drittanbieterleistung wird über die monatliche Mobilfunkrechnung eingezogen. Viele Verbraucher können mit dem unbekannten Namen des Drittanbieters nichts anfangen und auch die Rechnungsposition nicht nachvollziehen“, sagt Eva Ludwig, Juristin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes. „Viele Verbraucher erfahren häufig erst durch unsere Beratung von der Sperrmöglichkeit“.

Sperre einrichten

Seit 2012 haben Kunden die Möglichkeit, die Abrechnung derartiger Dienste über die Mobilfunkrechnung zu unterbinden. Dazu sollten sie ihren Mobilfunkanbieter auffordern, die Identifizierung Ihres Anschlusses für die Inanspruchnahme oder Abrechnung solcher Abo-Fallen kostenfrei zu sperren (Drittanbietersperre). Die Beratungsstelle hält dafür einen Musterbrief bereit.

Achtung: Wer eine vollständige Sperre verlangt, kann auch keine nützlichen Dienste mehr, wie beispielsweise die mobile Buchung von Fahrkarten, bezahlen. Verbraucher, die über ihre Handyrechnung bezahlen wollen, können sich deshalb bei ihrem Mobilfunkanbieter informieren, ob eine Teilsperrung eingerichtet werden kann, die nur bestimmte Leistungen wie Abos, Erotikdienste oder bestimmte Drittanbieter betrifft.

Die Einrichtung der Drittanbietersperre bewirkt nur, dass die Zahlung über die Handyrechnung unterbunden ist. Über die „normale“ Internetfunktion können weiterhin Dienste in Anspruch genommen werden. Man erhält dann beispielsweise eine Rechnung oder bezahlt per Lastschrift.

Quelle: Presse Verbraucherzentrale des Saarlandes e.V.

27. September 2017