Schulstartpaket - eine jämmerliche Alibi-Zuwendung für Hartz IV-Kinder!
Anlässlich des vom Koalitionsausschuss beschlossenen “Startgeldes” für die Einschulung von Hartz IV-Kindern erklärt Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:
Das von der großen Koalition beschlossene Startgeld von 100 Euro für die 1. Klasse ist eine klägliche Zuwendung für die wirklich bedürftigen Kinder in diesem Land. Die von der Koalition beschlossene Kindergelderhöhung hingegen kommt armen Familien nicht zugute, weil das Kindergeld vollständig auf die Sozialtransfers angerechnet wird.
Arme Kinder sind dieser Bundesregierung offenbar weniger Wert. Um eine Gleichbehandlung aller Kinder zu gewährleisten, müssten mindestens die Kinderleistungen für Hartz IV-Familien in Höhe der jetzt beschlossenen Kindergelderhöhung aufgestockt werden.
Allerdings: Das Existenzminimum für Kinder liegt nach den Berechnungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes erheblich höher als die von der Bundesregierung festgelegten Hartz IV-Leistungen. Damit die Sozialleistungen den entwicklungsbedingten Bedarf von Kindern abdecken, müssen die Hartz IV-Sätze deutlich angehoben werden. Unverständlich ist vor diesem Hintergrund, dass Bundesarbeitsminister Olaf Scholz eine Überprüfung der Kinderregelleistungen frühestens ab 2010 in Aussicht stellt und jetzt ein Schulstartpaket, das sein Vorgänger Franz Müntefering schon vor einem Jahr einführen wollte, als großartigen Durchbruch im Kampf gegen die Kinderarmut verkaufen will.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Startseite - Veröffentlicht von: Einstein am: 7. Oktober 2008 um 8:09 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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