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Schäubles Sonderprüfung zum Doping ohne notwendige Klarheit

Unzureichende Antworten – Offene Fragen
Zur Vorlage des Abschlussberichts der “Projektgruppe Sonderprüfung Doping” des Bundesinnenministeriums erklärt Winfried Hermann, sportpolitischer Sprecher:

Im Vergleich zum Zwischenbericht der Projektgruppe vom Juli 2007 lässt der Abschlussbericht klare Worte vermissen. Unzureichende Antworten und offene Fragen helfen jedoch bei der Aufdeckung des Dopingproblems in Deutschland nicht weiter. Obwohl beispielsweise der Uniklinik Freiburg die Dopingvergangenheit ihrer sportmedizinischen Abteilung um die Ohren fliegt, will die Projektgruppe dagegen nichts gravierendes bemerkt haben. Es ist ganz offensichtlich, dass im Abschlussbericht selbst den einfachen Fragen und Hinweisen glatt aus dem Weg gegangen worden ist.

Jetzt muss Klarheit geschaffen werden:

  • Besteht nicht weiter der Verdacht, dass auf Verbandslehrgängen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) im Jahre 1999, die vom BMI mitfinanziert wurden, Dopingmittel verabreicht wurden (FAZ vom 26.6.2007)?
  • Ist das gesamte komplette Leistungssportpersonal des BDR wirklich so unbelastet, dass eine weitere finanzielle Förderung durch den Steuerzahler gerechtfertigt wäre und bisher gezahlte Gelder nicht zurückgefordert werden sollen?
  • Hat mit Georg Huber nicht ein langjähriger Olympiaarzt eine Dopingvergabe zugegeben und wieso wurde in diesem Zusammenhang auf eine Prüfung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Zuwendungsempfänger verzichtet, obwohl der Bund die Entsendungskosten zu Olympischen Spielen mitfinanziert?

Der Bundesinnenminister muss jetzt schnell eine Auflistung vorlegen, welchen Verbänden trotz laufender Sonderprüfung schon Gelder für 2008 bewilligt oder zugesagt wurden. Denn im Bundeshaushalt 2008 sollen den Sportorganisationen und -einrichtungen knapp 85 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Abschlussbericht der BMI-Projektgruppe erfordert ein Nachspiel in den parlamentarischen Gremien. Reingewaschene Antworten helfen nicht weiter. Wenn Bundesinnenminister Schäuble den Abschlussbericht am 23. Januar 2008 im Sportausschuss vorlegt, wird es viele kritische Nachfragen geben müssen.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen

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