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Sat1 Beschäftigte müssen für Missmanagement büßen

Das offensichtliche Missmanagement bei Sat1 hat zur Folge, dass Hunderte in Berlin ihren Arbeitsplatz verlieren bzw. nach München umsiedeln sollen. Die stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, nannte es scheinheilig, wenn das Medienunternehmen jetzt die globale Finanzkrise vorschiebe, um seine Schließungspläne durchzudrücken: „Hier geht es nicht um einen Wanderzirkus, sondern um ein großes Unternehmen, das solche gewichtigen Entscheidungen nicht übers Knie bricht.“ Die wahren Strippenzieher bei Sat1 seien ohnehin die beiden Finanzinvestoren KKR und Permira, die auf dem globalen Schachbrett ihre Beteiligungen hin- und herschöben, ohne Rücksicht auf Beschäftigte. Sie ließen sich lediglich von der zu erwartenden Profitrate leiten. ProSiebenSat1 werde als Spekulationsobjekt behandelt, weniger als Medienunternehmen. Noch 2006 hatte der Finanzinvestor Permira versichert, ein Stellenabbau sei nicht beabsichtigt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden vor vollendete Tatsachen gestellt, der Betriebsrat solle augenscheinlich ausgebremst werden: Das sei ein Schlag ins Gesicht der Mitbestimmung und der Unternehmensdemokratie, sagte Zinke. Der DGB unterstütze die Forderung nach einer Beschäftigungsgarantie für diejenigen, die Sat1 nach München folgten; zudem müsse zügig und großzügig über einen Sozialplan verhandelt werden, um Härtefälle zu vermeiden. Es gehe um nichts weniger als die Lebensplanung von Menschen.

Die DGB-Vize unterstrich, es sei ein herber Verlust für den Medienstandort Berlin, wenn ein Konzern wie ProSiebenSat1, der erst vor wenigen Jahren aus Hamburg gekommen sei, nun wieder die Sachen packe, um den nächsten Standort auszuprobieren. Dabei sollte stärker ins Rampenlicht gerückt werden, mit wie vielen Millionen Euro an Unterstützung dem Konzern sein Berlin-Engagement schmackhaft gemacht worden sei. Mit öffentlichen Fördergeldern dürfe keine Arbeitsplatzvernichtung finanziert werden, forderte Zinke.

Quelle: Presse DGB Berlin Brandenburg

Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock   am: 15. November 2008 um 11:16 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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1 Kommentar / Frage

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1. ... Kommentar von Alexander Tetzlaf am Montag, 17.11.2008.

Ob die bei Sat1 bleiben Dürfenden dann noch etwas schärfer gegen Menschen ohne Arbeit hetzen werden?

Vermutlich.


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