Zum Beschluss des Runden Tisches Heimkinder, der heute von der Vizepräsidentin des Bundestages a.D. Dr. Antje Vollmer vorgestellt wurde, erklärt Josef Winkler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:
Wir begrüßen den Beschluss des Runden Tisches Heimkinder, einen Fonds für die Betroffenen einzurichten.
Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, den Runden Tisch mit der Aufarbeitung des Unrechts in Deutschen Heimen in den 50er und 60er Jahren zu betrauen. Dies wäre im Rahmen des zunächst von den Heimkindern angestrebten Petitionsverfahrens in dieser Form nicht möglich gewesen. Es ist richtig, dass die beiden großen Kirchen eine erhebliche Summe zur Entschädigung des in den damaligen Heimen begangenen Unrechts beitragen sollen. Gleichwohl ist auch die Übernahme von Entschädigungsleistungen durch Bund und Länder gerechtfertigt, da sie durch mangelnde Heimaufsicht und zu späte Reformen der Heimunterbringung maßgeblich mit verantwortlich sind.
Das unendliche Leid der Opfer kann materiell kaum befriedigend wieder gut gemacht werden, deshalb ist es umso wichtiger, das begangenes Unrecht auch Unrecht genannt wird. Eine gesellschaftliche Rehabilitierung der vom Staat ins Abseits gedrängten ehemaligen Heimkinder ist mehr als überfällig.
Nach wie vor leiden viele der Opfer unter Traumatisierungen. Deshalb sollten die vom Runden Tisch vorgeschlagenen regionalen Anlaufstellen schnell in die Lage versetzt werden, ihre Beratungstätigkeit aufzunehmen.
Bund und Länder sollten jetzt so schnell wie möglich die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Fonds mit seiner Arbeit beginnen kann.
Ein besonderer Dank gilt Dr. Antje Vollmer, die den Runden Tisch zwei Jahre lang ehrenamtlich geleitet hat, und allen Mitarbeitern und Teilnehmern, die am Gelingen des Runden Tisches beteiligt waren.
Erfolgreich für wen? Jedenfalls nicht für die geschundenen, gedemütigten, gefolterten, vergewaltigten Überlebenden der deutschen Nachkriegsheimerziehung!
Erfolgreich sehr wohl für Bund, Länder, Kirchen, Diakonie, Caritas! Die können die Sektkorken knallen lassen, können sich die Hände reiben und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen: Es scheint ihnen gelungen, die ehemaligen Heimkinder über ihren Runden Tisch zu ziehen!
120 Millionen Euro heißt für den einzelnen Überlebenden ein Summe von sage und schreibe 2.000 bis maximal 4.000 Euro!
Aber, Herr stellvertretender Parteivorsitzender, Sie können Ihrer Parteifreundin Vollmer schon mal flüstern: Wir mögen zwar alt und ausgelaugt sein, traumatisiert und krank. Aber eines sind wir nicht: DUMM!!!!
Und nun werden wir erst Recht anfangen zu kämpfen! Und wir werden aus diesem Kampf als Sieger hervorgehen, seien Sie gewiss!
2. ... Kommentar von stadie`s art
am Sonntag, 19.12.2010.
Hört sich für Nichtwissende zunächst gut an; Fond, Entschädigung, traurig, erschüttert, schlimm; alles Begriffe, die in der Summe- in Euro - für die Betroffen was konkret bedeutet? Fragen, Fragen, Fragen und als Antworten immer nur geschwätziges Verschweigen!
Getreu dem Leitsatz: die Frömmigkeit situationsbedingt relativieren, nicht wahr? Die EKD handelt so öffentlichkeitswirksam, wie man es von ihr erwartet, mit sentimentalen Floskeln und marktadäquatem Blabla. Die Opfer der menschenverachtenden Verbrechen nach 1945 haben Sie erneut gedemütigt und retraumatisiert zurück gelassen. Eine neue Generation von Leid wurde geschaffen, diesmal mit psychologischer Kriegsführung, denn sind Sie mal ehrlich! wer waren denn schon Ihre Gegner? schwerst traumatisierte Menschen, die Sie als Institution Kirche in Ihren Kinder-Anstalten zu Dauer-Patienten der Gesellschaft und heute zu Anwärtern Ihrer Altenheime gemacht haben. Kinderheime und Altenheime, das weiß man sind lohnenswerte Massengeschäfte aus frühzeitiger Rekrutierung von Kirchensteuerzahlern und finanzieller Mittelbeschaffung.
Der Etikettenschwindel mit der christlichen Nächstenliebe ist aufgeflogen, das institutionelle Unrecht, das gegenseitige Legitimieren von Staat und Kirche bei Menschenrechtsverletzungen an den schwächsten der Gesellschaft; hier Babys, Kinder und Jugendliche nach 1945, wird juristisch mit dem offenen Gesetzbuch rechtsstaatlich und transparent geklärt werden. Versprochen!
3. ... Kommentar von Alles Lug und Trug
am Mittwoch, 15.6.2011.
So sieht also die Maske vom schönen Sein der Realpolitik aus, dem sich die Grünen nun auch den vormals etablierten Parteien nahtlos angepasst haben.
Nämlich sich um nichts kümmern müssen, (wie etwa konkrete Forderungen, oder Klagen der ehemaligen Heimkinder zu hinterfragen).
Sich aber trotz persönlicher Unkenntnisse nicht zu schade zu sein, Beschlüsse im Bundestag abzusegnen, die im krassen Widerspruch aller Opfer stehen, die hier vorgeblich entschädigt werden sollen.
Eben alles gnadenlose Selbstdarsteller, denen es einzig um sich selbst, ihr Einkommen, ihre Macht und ihre Ehre geht.
Menschen also, die mit derlei ignoranten Eitelkeiten, zur Entstehung und Fortsetzung zahlreicher Missstände in diesem Land beitragen.
Kein Wunder demnach, dass sich Deutschaland zum kinderfeindlichsten Land Europas entwickelt hat.
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