Rente muss Lebensstandard im Alter sichern

Die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) müsse gestärkt und weiterentwickelt werden, fordert der Sozial- und Wohlfahrtsverband Volkssolidarität. Die Rentenversicherung müsse wieder ihrer originären Funktion, den Lebensstandard im Alter zu sichern, gerecht werden können. Das gehört zu den „Rentenpolitischen Leitlinien der Volkssolidarität“, deren Kurzfassung die Bundesdelegiertenversammlung des Verbandes am 30. September in Potsdam beschloss. Nur so könne wirksam drohender Altersarmut entgegengewirkt werden. Die Gesetzliche Rentenversicherung müsse zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden.

Die Volkssolidarität spricht sich in dem Dokument dafür aus, das Prinzip der Abhängigkeit der Rente von der Höhe der Beiträge und der Anzahl der Versicherungsjahre im Grundsatz zu erhalten. Weiter heißt es, dass existenzsichernde Arbeit und angemessene Einkommen entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Alterssicherung bilden. Das wird so begründet: „Die gesetzliche Rente ist ein Spiegelbild des Erwerbslebens, denn die lohnorientierte Rentenleistungen gründen sich auf die individuelle Erwerbsbiografie.“ Die Volkssolidarität will, dass „die gesetzliche Rentenversicherung als wichtigste Säule des sozialstaatlichen Alterssicherungssystems … im Interesse aller Generationen gestärkt und zukunftssicher gemacht“ wird. Dazu müsse sie so weiterentwickelt werden, „dass sie Lebensstandardsicherung gewährleistet und Altersarmut verhindert“.

Der Verband fordert in dem Dokument weiter, „einen verlässlichen Rahmen für die Leistungen aus der gesetzlichen Rente zu sichern“. Die Kürzungs- bzw. „Dämpfungsfaktoren“ in der Rentenanpassungsformel sollten abgeschafft und die Lohndynamik in der gesetzlichen Rente wiederhergestellt werden. Altersarmut solle entgegengewirkt werden, in dem „durch eine Hochwertung niedriger Einkommen Elemente einer Mindestsicherung“ ausgebaut werden. Außerdem fordert die Volkssolidarität, wieder Beiträge für die Bezieher von Arbeitslosengeld II abzuführen und die „Zwangsverrentung“ von Hartz-IV-Beziehern abzuschaffen. Notwendig sei eine solide Finanzierung der Rentenleistungen. Neben weiteren Forderungen heißt es zum Schluß in dem Dokument: „Die Volkssolidarität setzt sich dafür ein, die bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter zu reformieren und Freibeträge für Renten- bzw. Altersvorsorgeeinkünfte einzuführen.“

Quelle: Volkssolidarität

2 Gedanken zu „Rente muss Lebensstandard im Alter sichern“

  1. Der an Geschichte Interessierte erinnert sich an die große Rentenreform vom 1957, die als Bruttolohn bezogenes Umlagesystem, sogar dynamisch, konzipiert worden war – und den darauf folgenden Lebensstandard sicherte. Bedenken gegen diese Reform hatte Konrad Adenauer vom Tisch gewischt mit der bekannten Anekdote, Zitat: „Kinder kriegen die Leute doch immer“ oder „Wollen Sie die nächste Wahl gewinnen oder ich?“.

    Die Rente sichert heute nicht mehr den Lebensstandard. Sogar die Altersarmut droht. Für immer mehr Rentner trifft das zu. Die gesetzliche Rente als Spiegel der Erwerbsbiographie ist ein Hohn, zumindest ein Zerrbild von dem Begriff der Rente – angesichts von Kürzungs- und Dämpfungsfaktoren, gebrochenen Erwerbsbiographien, und nicht zu vergessen die Zwangsverrentung.

    Die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zwingt den Staat zur Rentenkürzung. Dafür hat er drei Stellschrauben:

    a) Erhöhung der Rentenbeiträge.
    dies führte aber zur erhöhten Belastung der abhängig Beschäftigten, weil die Beitragshöhe für die Arbeitgeber derzeit noch eingefroren sind.
    b) Steuererhöhung.
    Dies belastete insbesondere die unteren Schichten und den Mittelstand. Die Nachfrage würde einbrechen; mit der Folge von Arbeitslosigkeit und Insolvenzen. Deflation.
    c) Hinausschieben der Renteneintrittsgrenze.
    Faktisch eine direkte Rentenkürzung.

    Die geburtenstarken Jahrgänge der 50iger und frühen 60iger Jahre drängen nach und nach in die Rentenkassen. Ab 2018 wird es beginnen und bis Ende 2030 ein Maximum erreichen. Das wird das Rentensystem, wie wir es heute kennen, sprengen. Von dem Heer der Pensionären, für die der Staat keine Rücklagen gebildet hat, ganz zu schweigen. Mindestens ein Drittel aller Wahlberechtigten sind von Rentenleistungen unmittelbar oder mittelbar betroffen. Und die haben Zeit und gehen alle zur Wahl – bei einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 60 %… D.h. Rentner werden das Wahlergebnis bestimmen.
    Ausweg: Ausgabe der Stimmzettel in Form von Tapetenrollen oder deren Abschaffung und Ersetzung durch Digitalisierung, bei denen sich keiner mehr auskennt. Dies führte dann zu einer Unterordnung jedweder Demokratien unter das Zufallsprinzip. Der Zufall übernimmt dann die Regierungsarbeit, z.B. Ordnung und Verwaltung, Steuern und Soziales -und auch die Friedenswahrung. Eine Regierungsform für morgen?

  2. zur Erhöhung der Rentenbeiträge feht noch was.

    d) die Basis der Beitragspflichtigen vergrößern indem ALLE einzahlen die nicht aus ihrem Sparstrumpf (= gleich keinerlei Einkommen, Zinsen, Aktiengewinne, Erbschaften, Lotteriegewinne usw. haben) leben und ihr VORHANDENES Vermögen im Wortsinn aufzehren.

    e) Anrechnung der Rentenleistung auf andere Einkünfte – wer während des Rentenbezuges jeden Monat 10000 „verdient“ braucht keine Sozialleistung für die andere Leute buckeln müssen.

    f) familiengerechte Rente. Es geht nicht dass Familienvater für seine absehbar zu erwartende Hungerrente einzahlt, dazu zwei oder drei Kinder erzieht und die wirtschaftlich gesehen nur als unnütze Fresser am Bein hat aus der dann zb gewollt kinderlose völlig ungerechtfertigt und unverschämt hohen Profit schlagen. Das gilt besonders bei Paaren die sich aus beruflichen oder bequemlichkeits Gründen gewollt gegen Kinder entscheiden.

    g) ein gerechtes Steuersystem in dem die höheren Einkommen tatsächlich (über alle Steuern gesehen) stärker belastet werden als die kleinen. Nimmt man einem Normalverdiener 10% seines Einkommens, futtert der gleich spürbar weniger. Damit auch etwa Leute wie Winterkorn (VW) auf ihrem Teller sehen wie solidarisch sie sind, müssten dem 99% abgeknöpft werden. Dann fällt aber nur das tägliche halbe Pfund Kaviar flach, satt wird der im Gegensatz zum Normalverdiener sicher immer noch.

    x) gäbe bestimmt noch andere Ideen die nicht Wohlhabende Leute unangemessen zu Lasten der ärmeren bevorteilen

    Das würde dazu führen dass das Rentensystem endlich SOLIDARISCH wird und nicht wie jetzt, wo (absehbar) ein künftiger Bettler mit einem derzeit aktiven Hungerleider solidarisch sein MUSS…… der sich, wenn er zufällig zu Reichtum kommen sollte ganz schnell aus dem Solidarsystem verpisst. Solidarität darf nicht per Gesetz zu einer Einbahnstrasse gemacht werden wo sich nur „nimmt“ wenn man es braucht und verdrückt wenn man leisten sollte.

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