Rente mit 69 - Der Regierungssprecher dementiert
Erst spricht ein Sprecher des Finanzministeriums von einem “Tragfähigkeitsbericht” in dem “allgemein bekannte Möglichkeiten” zur Schließung künftiger Finanzierungslücken aufgezeigt werden - und die WELT druckt die Schlagzeile:
“Schäuble lässt Rente mit 69 durchrechnen”
Während der FOCUS erfahren haben will, die Überlegungen zur Rentenkürzung, denn um etwas anderes handelt es sich nicht, stünden im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise, wodurch die Risiken für die dauerhafte Solidität der Staatsfinanzen spürbar angestiegen seien.
Dann darf Steffen Seibert, der Regierungssprecher vor die Mikrofone und erklären:
“Eine Rente mit 69 wird von der Bundesregierung nicht gefordert, politisch nicht verfolgt und nicht in Erwägung gezogen.”
Ob er das kleine Wörtchen “derzeit” vergessen hat, oder ob es im Bericht der ZEIT-ONLINE einfach vergessen wurde, habe ich nicht herausfinden können.
Ja. Das sind die Fakten.
Die Regierung hat durchrechnen lassen, was die Rente mit 69 der Staatskasse sparen würde, aber offenbar nicht, um wie viel die Risiken der Staatskasse wieder sinken würden, ließe man sich nicht auf abenteuerliche Rettungsaktionen für die Gläubiger Griechenlands ein. Mit Rentnern, die sich weder teure Rechtsanwälte noch jahrelange, aussichtslose Prozesse leisten können, tut man sich eben leichter, als mit den Damen und Herren, die man schamhaft nur “die Märkte” nennt, während man devot die Milliarden ausschaufelt, wenn von denen nur ein leichtes Hüsteln zu vernehmen ist.
Dass Minister Rösler gleichzeitig die geordnete Insolvenz für Griechenland fordert, trägt nicht gerade zu mehr Vertrauen in den Sinn von Rettungsschirmen und Milliardengarantien bei.
Quelle: Egon W. Kreutzer
Startseite - Veröffentlicht am: 13. September 2011 um 11:00 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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