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Regierung täuscht mit untauglichen Daten zum Armutsbericht

Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die GrünenTatsächliches Ausmaß der Armut größer als von Scholz angegeben
Anlässlich der von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz vorab veröffentlichten ersten Daten zum Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erklärt Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:

Das wahre Ausmaß der Armut in Deutschland ist weitaus größer und dramatischer als von Minister Scholz angegeben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nutzt eine Datengrundlage, die weder aktuell noch aussagekräftig ist. Mit Zahlentricks wird die bedrückende Wirklichkeit verschleiert: Die Armut in Deutschland hat stark zugenommen.

Die vom Arbeitsminister herangezogene Datenbasis des EU-SILC (EU Statistics on Income and Living Conditions) beruht auf einer unzureichenden Datenbasis und ist nicht vergleichbar mit den Zahlen der letzten beiden Armutsberichte.

Würde man die bewährten und umfassenderen Daten des Sozioökonomischen Panels heranziehen, läge die Armutsquote 2006 bei 18,3 Prozent statt bei der von Scholz veröffentlichen 13 Prozent für 2005.

Die Berechnungen der Regierung führen sogar dazu, dass die angegebene Armutsschwelle für Familien noch unterhalb des durch Hartz IV-Leistungen gewährten Existenzminimums liegt! Damit ist der vorliegende Armutsbericht nicht mehr aussagekräftig. Der Bericht verkommt zum beliebigen politischen Instrument zur Beschönigung der Lage und zur Rechtfertigung der fortgesetzten Untätigkeit der Regierung bei der Armutsbekämpfung. Scholz stellt damit auch den 1998 von Rot-Grün aufgestellten Konsens in Frage, die Entwicklung der Einkommen offen zu legen und ein Handlungsinstrumentarium für die Armutsbekämpfung zu schaffen. Die Bundesregierung fällt in die Zeiten der Kohl-Regierung zurück, die die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich unter den Teppich gekehrt hat.

Trotz der misslungenen Datenaufbereitung zeigt sich allerdings, dass die Einkommen im unteren und mittleren Einkommenssegment dramatisch eingebrochen sind. Dadurch ist der zur Armutsmessung herangezogene Mittelwert der Einkommen gesunken. Durch diesen statistischen Effekt sinkt nach der Berechnung der Bundesregierung die absolute Armutsgrenze von 938 Euro auf 781 Euro für Alleinstehende, obwohl die Preise, insbesondere für Nahrungsmittel und Energie in den letzten Jahren dramatisch gestiegen sind. Dies bedeutet selbst bei Verwendung der Daten der Bundesregierung, dass die Armut in Deutschland real erheblich zugenommen hat.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Zurück zur Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein   am: Dienstag, 20. Mai 2008 - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

  5 Kommentare / Fragen veroeffentlicht


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5 Kommentare / Fragen

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1. ... geschrieben von Regina am Mittwoch, 21.5.2008.

Die GRÜNEN sollen doch aufhören so zu tun, als ob sie an der zunehmenden Armut in D unschuldig wären.
Bereits 1997 haben sie (unter Führung der sogenannten “S”PD) die Vermögenssteuer ausgesetzt; 2005 wurde mit der “Deutschen Einheitspartei” - bestehend aus “S”PD, Grüne, “C”DU/”C”SU und FDP - HARTZ_4 eingeführt.

Und der SOZIALTICKER sollte aufhören, derartige scheinheilige Statements zu veröffentlichen… sonst wird er bald nicht mehr ernst genommen.


2. ... geschrieben von Sozialticker am Mittwoch, 21.5.2008.

Der Sozialticker wird weiterhin jegliche “Statements” veröffentlichen, da der Sozialticker nicht für den Inhalt zur Diskussion steht, sondern die Leser sich über die Veröffentlichungen eine Meinung bilden können und auch gerne eigene Artikel zur Veröffentlichung einreichen dürfen … und ernst - ja ernst genommen wird der Sozialticker immer erst in 2. Reihe, wenn Ereignisse eintreten, welche bereits seit Monaten publiziert und von manchen “derartigen” Lesern als “scheinheilige Statements” zuvor kritisiert wurden.

Daher … erst mal schauen, was der Sozialticker hat !!!


3. ... geschrieben von Lusjena am Mittwoch, 21.5.2008.

“Und der SOZIALTICKER sollte aufhören, derartige scheinheilige Statements zu veröffentlichen… sonst wird er bald nicht mehr ernst genommen. “

Über solche Aussagen muß ich mich sehr wundern, wenn man doch bedenkt, wieviel Zeit hier ehrenamtlich von den Mitgliedern des Sozuialtickers aufgewandt wird, um Bedürftigen zu helfen.

Ihre Wortwahl ist in meinen Augen nicht treffend gewählt worden.


4. ... geschrieben von Regina am Donnerstag, 22.5.2008.

ich wollte Euch nicht vergrätzen, nur erhalte ich Eure News über RSS und ärgere mich jedesmal, wenn mich eine eigentlich interessante Schlagzeile auf den Sozialticker lockt um dann feststellen zu müssen, dass wieder mal die Scheinheiligen (GRÜNEN) medial unterwegs waren.


5. ... geschrieben von Steinbock am Donnerstag, 22.5.2008.

Diese nachvollziehbare Trugheit ist uns bekannt und schlimmer wie der Wolf im Schafspelz. *grins*


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