Regierung muss bei den Krippenplätzen endlich in die Hufe kommen
Zu den Elterngeld-Zahlen des statistischen Bundesamtes erklärt Kirsta Sager, stellvertretende Fraktionsvorsitzende:
Nach Einführung des Elterngeldes muss die Regierung nun endlich ihre Ankündigungen umsetzen und für ein ausreichendes Angebot an ganztägiger Betreuung insbesondere für Kinder unter 3 Jahren sorgen.
Tatsächlich schiebt die Koalition die Verhandlungen über den flächendeckenden Ausbau seit Monaten ergebnislos vor sich her und vertröstet Eltern auf den Sankt Nimmerleinstag.
Insbesondere Frauen wurden mit dem Elterngeld falsche Hoffnungen auf einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf gemacht. Die problemlose Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Ablauf der bezahlten Elternzeit ist aber vielerorts eben nicht möglich, weil schlicht Kitaplätze fehlen. Wenn aber aufgrund mangelnder Ganztagskinderbetreuung die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienleben erschwert wird, dann läuft das Elterngeld ins Leere.
Auch die Bereitschaft von Vätern, Elterngeld in Anspruch zu nehmen und sich maßgeblich an der Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen, wird entscheidend von der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben abhängen. Der Blick in die skandinavischen Länder zeigt: Wo Frauen gleichermaßen zum Familieneinkommen beitragen können, haben Männer eher die Neigung, für die Kindererziehung übergangsweise zu Hause zu bleiben.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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