Regierung lehnt Cannabis Freigabe ab

Berlin: (hib/PK) Die amtierende Bundesregierung lehnt eine Legalisierung von Cannabis weiterhin entschieden ab. Die Gesundheitsgefahren durch Cannabis-Missbrauch gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden seien medizinisch erwiesen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie habe die Risiken des Cannabis-Konsums zu Rauschzwecken erneut bestätigt, heißt es in der Antwort (19/310) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/181) der FDP-Fraktion.

Eine nicht geringe Zahl von Personen suche wegen eines problematischen Cannabis-Gebrauchs die Einrichtungen der Suchthilfe auf. Das Cannabis-Verbot diene dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.

Nach Angaben der Bundesregierung haben bislang zwei Kommunen Modellprojekte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis als Genussmittel beantragt: Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Stadt Münster. Beide Anträge seien vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abgelehnt worden.

Der Grund sei jeweils ein Verstoß gegen den Schutzzweck des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) gewesen. Die Modellprojekte trügen weder zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung bei, noch seien sie zur Verhinderung des Missbrauchs von Betäubungsmitteln sowie zur Verhinderung von Drogenabhängigkeiten geeignet.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, konsumieren schätzungsweise rund 1,2 Millionen Bürger im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis mindestens zehn Mal im Jahr. Rund 630.000 Bürger zählen dabei zu den häufigen Nutzern. Sie konsumieren Cannabis mindestens 60 Mal im Jahr.

Der Bundestag hat im Januar 2017 einen Gesetzentwurf der Bundesregierung (18/10902) beschlossen, der die reguläre Ausgabe von Cannabis als Medizin ermöglicht. Demnach könnten schwer kranke Patienten auf Kosten der Krankenversicherung mit hochwertigen Cannabis-Arzneimitteln versorgt werden. Zuvor konnte die Droge Cannabis nur mit einer Ausnahmegenehmigung des BfArM als Heilmittel genutzt werden.

Quelle: Deutscher Bundestag

28. Dezember 2017

1 Kommentar

  • x

    30. Dezember 2017 at 13:28 Antworten

    die progressive drogenpolitik schafft erst das problem , daß jugendliche und heranwachsende vom schwarzmarkt rund um die uhr beliefert werden . die beiden modellprojekte waren geplant um canabis kontrolliert abzugeben und auswirkungen auf konsumenten und umwelt festzustellen . die zahl von schätzungsweise 1.2 millionen canabiskonsumenten , welche mehr als zehn mal im jahr konsumieren , dürfte weit untertrieben bzw . falsch geschätzt sein .

    ähnliches kommt gerade in bezug auf kokain heraus : wenn die polizei 7t reines kokain beschlagnahmte und selbst davon ausgeht , dieses sei nur ein einstellige prozent des geschmuggelten kokains , kommt man auf minimal über 70t kokain/jahr und nicht auf die “ offiziellen “ 20t/jahr . da gepanscht werden mindestens 100t ( wenn nicht 200t ? ) “ kokain “ gehandelt . weshalb die realen zahlen wie bei der arbeitslosigkeit so stark verzerrt werden , bleibt mir ein rätsel . ausschließlich mit dummheit kann man derartiges nicht erklären .

    die besagte “ hochwertigkeit “ von cannabisarzneimittel bezweifle ich nachvollziehbar : jedes fläschchen von mir auf rezept verordnetes canabisextrakt hat einen anderen geschmack ( terpene / geschmacksstoffe nicht rausgefiltert ) – das sollte nicht passieren . doch , daß selbst verschiedene fläschchen innerhalb einer 3er – fläschchenpackung eine spürbar andere wirkung ( und somit zwangsweise andere oder mehr/ weniger inhaltsstoffe ) zeigen , darf nicht passieren . das besonders “ hochwertige “ an dem präparat ist der preis – alles andere bekommen selbst hobbygärtner und hausfrauen besser hin . das positivste an dem präparat ist für mich nicht substanz an sich , sondern rein psychologisch : die gewissheit keine rechtliche probleme ( z . b . im straßenverkehr ) zu bekommen und allgemein staatlichen behörden jegliche grundlage für entwertungen oder entstellungen entzogen ist .

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