Regelsätze dürfen nicht abgesenkt werden
Caritas widerspricht Vorschlägen zur Absenkung des Regelsatzes
An der Realität vorbei gehen nach Auffassung des Deutschen Caritasverbandes die Vorschläge von Wirtschaftswissenschaftlern, die Hartz-IV-Sätze abzusenken. „Wer solche Berechnungen anstellt, kennt den Alltag von Menschen nicht, die Hartz IV bekommen“, erklärt der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher.
Die Erfahrungen in den Beratungsstellen, aber auch in den Kleiderkammern und Tafeln der Caritas zeigten, dass es für die Bezieher von Hartz IV schon jetzt nicht einfach sei, bis zum Monatsende mit dem Geld auszukommen. Selbst bei sparsamem Wirtschaften reiche das Geld oft nicht. Kämen dann zusätzliche Anforderungen, wie beispielsweise die Anschaffung von Schulmaterial zu Beginn eines Schuljahres, sei dies für viele Familien ein fast unlösbares Problem. Die Caritas fordert seit langem eine Erhöhung der Regelsätze, die sich am tatsächlichen soziokulturellen Bedarf ausrichten. „Zum Leben gehört mehr als Nahrung. Menschen müssen am kulturellen und sozialen Leben in der Gesellschaft teilhaben können“, macht Neher deutlich.
Neher warnt vor einer Neid-Debatte, in der der Eindruck erweckt werde, Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen seien, würden es sich leicht machen. „Wenn zehn Prozent der Bevölkerung auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, zeigt dies einen Mangel an Qualifizierung und an einfachen Arbeitsplätzen und keinen Mangel an Bereitschaft, unabhängig vom Staat zu sein“, mahnt Neher. Es müsse darüber nachgedacht werden, wie es besser gelingen kann, diesen Menschen eine Perspektive zu geben.
Quelle: Deutscher Caritasverband e.V.
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