Nach einer Umfrage der Verbraucherzentrale Berlin möchten 51 Prozent der Befragten nicht allein von Familienmitgliedern oder Freunden gepflegt werden.

Von den Befragten, die bereits selbst einen Pflegebedürftigen versorgen, wünschen sich sogar 65 Prozent, dass später nicht allein Angehörige ihre Pflege übernehmen. Weiteres Ergebnis der Umfrage: 46 Prozent der Befragten würden mit einem professionellen Pflegedienst lieber ein Zeitkontingent vereinbaren und nicht einzelne Leistungen wie Waschen oder Hilfe beim Essen und Trinken. Die Pflegeversicherungen zahlen Zeitkontingente bisher nur in Einzelfällen.

„Die Umfrage bestätigt einen Trend, den wir schon länger beobachten”, erklärt Petra Hegemann, Juristin bei der Verbraucherzentrale Berlin. „Die Nachfrage nach professionellen Pflegedienstleistungen und damit der Pflegemarkt werden weiter wachsen.“ Und zwar nicht nur, weil die Gesellschaft insgesamt altere, sondern auch, weil sich viele Menschen eine Professionalisierung ihrer eigenen Pflege wünschen, so Hegemann weiter. „Es liegt auf der Hand, dass damit auch der Bedarf nach unabhängiger Information und Aufklärung der Verbraucher über ihre Rechte gegenüber Pflegeanbietern steigt.“

Im Auftrag der Verbraucherzentrale Berlin befragte das Institut mindline media im November letzten Jahres 802 Personen in ganz Deutschland über ihre Vorstellungen zum Thema Pflege. Bundesweit werden bereits jetzt über 70 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt – bislang gut zwei Drittel davon von Angehörigen ohne die Hilfe ambulanter Pflegedienste.

Die Umfrage ist Teil des Projekts „Marktprüfung ambulante Pflegeverträge“ der Verbraucherzentralen Berlin, Brandenburg und Saarland. Mit dem vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderten Projekt sollen die Rechte von Angehörigen und Pflege-bedürftigen gestärkt werden. Dazu werden Verbraucher über ihre Rechte gegenüber Anbietern im ambulanten Pflegemarkt informiert.

Quelle: Verbraucherzentrale Berlin e.V.

27. September 2017