Aus prekären Entlohnungen werden prekärere Gutscheine


Neuster Clou aus dem Hause “Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend” – der schon beim anfänglichen Lesen zum Atemstocker mutiert.

Projektstart: Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen – Schwarzarbeit verhindern, sozialversicherungspflichtige Jobs schaffen

Fachkräftebedarf in der Region sichern und Schwarzarbeit verhindern – darum geht es in einem neuen Modellprojekt rund um haushaltsnahe Dienstleistungen. Initiatoren sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (WM), die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit (RD) und die Stiftung Diakonie Württemberg. Mittels Gutscheinen sollen Betroffene unterstützt werden, um haushaltsnahe Dienstleistungen zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezahlen zu können. Mit der Umsetzung ist das Diakonische Werk Württemberg beauftragt.

Die Idee: Frauen und Männer, die ihre Wochenarbeitszeit erhöhen, erhalten einen Zuschuss in Höhe von acht Euro je Stunde, wenn sie sozialversicherungspflichtig haushaltnahe Dienstleistungen wie Putzen, Bügeln oder Wäschewaschen in Anspruch nehmen. Der Haushalt muss also trotz vollzeitnaher Arbeit nicht liegen bleiben. Gleichzeitig bieten die Agenturen für Arbeit Qualifizierungsmaßnahmen für Dienstleister an und tragen so zur Professionalisierung von haushaltsnahen Dienstleistungen bei. Die Idee stammt aus Belgien.

“Mit professioneller Hilfe im Haushalt wird es leichter Beruf und Familie zu vereinbaren. Unser Ziel ist es, qualifizierte Frauen, die stark in die Familienarbeit eingebunden sind, aber gerne wieder – oder wieder mehr – arbeiten würden, zu unterstützen. Durch haushaltsnahe Dienstleistungen können sie in ihrem Alltag entlastet werden”, betonte Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium. „Auf der anderen Seite stärken wir mit dem Modellprojekt die Dienstleistungsunternehmen und bekämpfen wirksam Schwarzarbeit, da die Gutscheine nur da eingelöst werden können, wo die Firmen ihr Personal sozialversicherungspflichtig beschäftigen.“

„Unsere Erfahrung zeigt, dass häufig gut qualifizierte Frauen weniger Stunden arbeiten als sie möchten, um neben den familiären Verpflichtungen die Aufgaben im Haushalt erledigen zu können. Wenn diese Frauen ihre Wochenarbeitszeit um fünf bis zehn Stunden erhöhen und dafür von uns einen Gutschein bekommen, mit dem sie sich qualitativ gute Hilfe im Haushalt leisten können, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der RD Baden-Württemberg. Eine höhere Arbeitszeit ginge oft einher mit qualifizierteren Aufgaben und somit mehr Gehalt für die Arbeitssuchenden. Ebenso würden sozialversicherungspflichtige Jobs im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen geschaffen.

„Mit dem zweijährigen Modellprojekt übernimmt Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle in Deutschland. Wir erproben innovative Handlungsansätze der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und tragen mit den Gutscheinen sowohl zur Professionalisierung haushaltsnaher Dienstleistungen als auch zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung und des Arbeitsvolumens von Frauen bei. Unser Ziel ist es, das Fachkräftepotenzial von Frauen noch besser für die Südwestwirtschaft zu erschließen“, erklärt Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Durch die Gutscheine können beispielsweise Wiedereinsteigerinnen dabei unterstützt werden, in den Beruf zurückzukehren und entsprechend ihrer Qualifikation berufstätig zu sein. Angesichts des demografischen und familialen Wandels eröffnen wir neue und zeitgemäße Möglichkeiten für die parallele Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wirken Schwarzarbeit im Sektor haushaltsnaher Dienstleistungen entgegen und stärken gleichzeitig die Regionen“, so die Ministerin weiter.

Mit der Möglichkeit für geringqualifizierte Personen, sich im Rahmen des Projekts weiterzubilden und einen hauswirtschaftlichen Abschluss zu erlangen, bieten haushaltsnahe Dienstleistungen eine attraktive Jobalternative. Momentan beschäftigen lediglich knapp ein Prozent der rund vier Millionen Privathaushalte Dienstleistende sozialversicherungspflichtig. Seriöse Dienstleistungsunternehmen würden momentan von Internet-Anbietern verdrängt. „Dies hat zur Folge, dass zum einen die gute Qualität der Arbeit, zum anderen die soziale Absicherung der Dienstleistenden komplett außer Acht gelassen werden“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg und der Stiftung Diakonie Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, seine Beobachtungen. „Wir brauchen aber dringend einen gleichberechtigten Zugang aller zur Erwerbsarbeit, damit wir eine gleichberechtigte Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft garantieren können!“

Hintergrund:

Seit dem 1.März 2017 läuft das Modellprojekt in den Arbeitsagenturen Aalen und Heilbronn, Projektende ist Februar 2019. Mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro finanzieren BMFSFJ, RD Baden-Württemberg, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und Stiftung Diakonie das Projekt.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Fazit Sozialticker – ab sofort sollten auch alle Politiker statt überzogener Diäten —> entsprechende Gutscheine bekommen, welche nur bei regionalen Discountern einzulösen sind. Somit kann Geldwäsche verhindert, externe Konten unterbunden und Volksnähe wieder praktiziert werden. Mal ernsthaft … was schnüffelt ihr da nur fürn Zeug ???

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22. April 2017

5 Kommentare

  1. Sozialticker

    22. April 2017 um 11:17

    Gute Pflege gibt es nur mit mehr Personal

    „Mehr Begutachtungen lösen kein einziges Versorgungsproblem. Die Pflegegesetze wirken erst dann, wenn mehr Menschen mit anerkanntem Pflegebedarf auch bedarfsgerecht in hoher Qualität versorgt werden. Die Leistungsangebote wachsen nicht mit den Begutachtungen. Pflege, die Selbständigkeit erhält und fördert, gibt es nur mit mehr Personal. In den Einrichtungen, direkt in der Pflege und nicht nur in der Begutachtung. Deshalb muss die tarifliche Entlohnung in der Altenpflege allgemeinverbindlich werden. Die Kostenträger müssen verpflichtet werden, tarifliche Entlohnung vollständig zu refinanzieren“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann, zur neuen Pflegebegutachtung. Zimmermann weiter:

    „Nur die Einführung der Solidarischen Pflegeversicherung, unter Einbeziehung der Privaten Pflegeversicherung und aller Einkommensarten, schafft Spielräume, um die Leistungen auszuweiten und zu verbessern. Sie schafft auch eine Basis für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Und auch für mehr Gutachterinnen und Gutachter, damit es zu keiner Verzögerung mehr kommt. Denn für einen Menschen, der Pflege braucht, zählt jeder Tag und oft jede Stunde.“

    Quelle: Fraktion DIE LINKE

    Anmerkung Sozialticker – klingt irgendwie wie auf der Wurstbrühe einher geschwommen … hey Linke, die wollen nicht mehr und besseres Personal – die wollen 0 Euro Jobber als Praktikanten getarnt mit der Gutscheinbezahlung wie aus DDR Zeiten, wo dann der Keller voll Gutscheine in/nach steter Systemänderung zum Altpapier vermodert. 🙂

  2. “Die Idee: Frauen und Männer, die ihre Wochenarbeitszeit erhöhen, erhalten einen Zuschuss in Höhe von acht Euro je Stunde”

    Ich dachte immer, Löhne und Gehälter werden von den Arbeitgebern gezahlt.

    “Eine höhere Arbeitszeit ginge oft einher mit qualifizierteren Aufgaben und somit mehr Gehalt”

    Jeder Besserverdiener sollte einen Diener im Haus haben.

    Was dieser dann verdient wird von seinem Hartz abgezogen.

    Hartz für Reiche.!

  3. zitat: Mal ernsthaft … was schnüffelt ihr da nur fürn Zeug ???

    Das is gar nicht nötig, da ist im Oberstübchen nichts mehr was beim kiffen irgend einen Schaffen nehmen könnte. Da “oben” ist man so weit weg von allem weltlichen dass es mir vorkommt als liefe heimlich eine Art Olympiade…… um die krankesten Auswüchse und menschenverachtensde Durchführung, oder ist es gar Krieg gegen den “Pöbel”.

    Die Karriereleiter des Verbrechens, Dieb, Betrüger, Mörder….. POLITIKER

  4. Ein paar Tage noch, dann werden die Leute sich erneut anbiedern müssen für eine warme Mahlzeit. Die Zeiten wiederholen sich erschreckend.

  5. was ?
    die ” außererwählte herrenrasse ” will sich extra 8 euro steuergeld pro verrichteter arbeitsstunde zuschustern lassen um damit eine aus gutscheinbeziehenden dienern bestehende klassengesellschaft und leibeigenschaft einzuführen ?

    @ Sozialticker : ein leicht gelbliches pulver , daß angeblich flügel verleiht und mit dem in wirklichkeit gerade halb europa kulturell und finanziell auseinandergenommen wird . aber bitte weitergehen , hier gibt es nichts zu sehen . . . lesen . . .

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