Karlsruhe – Zum Jahreswechsel tritt die nächste Stufe der Pflegereform in Kraft. Auf die 2,7 Millionen Menschen (Stand 12/2015), die auf Pflege angewiesen sind, kommen einige Änderungen zu. Das Pflegestärkungsgesetz II wie es im Fachjargon heißt, wird die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzen.

Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade

Viele der aktuell Pflegebedürftigen und Angehörigen sind durch die anstehende Reform verunsichert. „Die Umstellung der Pflegestufen auf Pflegegrade erfolgt durch die Pflegekasse. Dies geschieht automatisch und bedarf keines neuen Antrages“ erklärt Michael Richter, Leiter der DAK-Gesundheit in Karlsruhe. „Versicherte der DAK-Gesundheit erhalten bis spätestens Ende Dezember ein Schreiben mit genauen Infos zur Umstellung. Zusätzlich informieren wir alle unsere Versicherten ausführlich über die Pflegereform mit der kostenlosen DAK-Mitgliederzeitschrift“ ergänzt Richter.

Neues Begutachtungsinstrument

Die Pflegegrade werden auf einer moderneren Grundlage ermittelt. Es fließen Beeinträchtigungen im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich mit ein. Somit kann in Zukunft besser auf die individuelle Pflege und die Lebenssituation von Menschen eingegangen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt zusätzlich auf der besseren Einstufung von Menschen mit Demenzerkrankungen.

Höhere Leistungen

Durch die fünf Pflegegrade werden auch die Leistungsbeträge angepasst. „Kein Pflegebedürftiger in der Stufe 0 bis 3 wird durch die Umstellung auf Pflegegrade finanziell benachteiligt, sondern erhält die gegebenenfalls höheren Leistungen ohne neuen Antrag direkt ab Januar 2017“ beschreibt Richter die aktuelle Situation. Die Höhe der Leistungen geht aus dem Schreiben der Umstellung auf die Pflegegrade hervor. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen wird der Beitragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Hierdurch stehen dann etwa fünf Milliarden Euro jährlich mehr für Pflegeleistungen zur Verfügung.

Quelle: DAK-Gesundheit

10. November 2016