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Freitag, der 18. April 2014   English  English flag    French  French flag

 

Pfändungsschutz-Konten: Banken nutzen Not aus

Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die GrünenZur Untersuchung der Zeitung Ökotest von Pfändungsschutz-Konten erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Geschützt von einem “Rettungsschirm” haben Banken in der Finanzkrise Milliarden Euro bekommen - nun sahnen sie bei Kunden ab, die in Geldnot sind. Das zeigt der aktuelle P-Konten Test der Zeitung Ökotest.

Bei über der Hälfte der getesteten P-Konten zahlen die Bankkunden mit 5 bis 6 Euro pro Monat überdurchschnittlich viel für ihren Zahlungsverkehr. Auch bei anderen Serviceleistungen hat der Nutzer eines P-Kontos schlechte Karten. So lehnen viele Banken Daueraufträge und Lastschriften ab, was den Kunden in Geldnot zusätzliche Kosten verursacht.

Wieder einmal bereichern sich Banken an ihren Kundinnen und Kunden. Diesmal gerade an den Menschen, die ohnehin wenig haben und auf ein pfändungsgeschütztes Konto angewiesen sind.

Wir fordern die Verbraucherministerin auf, diese Geschäftspraktiken zu stoppen. Sie muss dafür Sorge tragen, dass in Not geratene Menschen von ihren Banken nicht in unangemessener Höhe zur Kasse gebeten werden.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Dazu auch eine Meldung der LINKEN: P-Konto erweist sich als Abzocke

„Wieder einmal Banken-Abzocke auf Kosten der Armen. Das pfändungssichere Girokonto war als Schutz für finanzschwache Kunden vor dem Zugriff der Gläubiger gedacht. Stattdessen erweist es sich als Fallstrick mit horrenden Kontokosten und drastischen Leistungseinbußen. DIE LINKE fordert Pfändungsschutz für alle ohne Zusatzkosten und ohne Einschränkungen“, so Caren Lay anlässlich einer Studie von Ökotest zum pfändungsgeschützten Konto (P-Konto).

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Wer Pfändungsschutz beantragt, zahlt für sein Konto schnell doppelt bis dreimal so viel. Denn Leistungen, die beim herkömmlichen Girokonto inklusive sind, werden plötzlich extra berechnet, darunter einfache Lastschriften und Überweisungen. Oft wird P-Kontoinhabern die Teilnahme am kostenfreien Online-Banking verwehrt. Kreditinstitute sperren Kreditkarten und streichen Daueraufträge allein aufgrund der Beantragung von Pfändungsschutz. Auch ein Wechsel zu einer anderen Bank bleibt Menschen in Finanznot meist verschlossen.

Diese Praxis von Abzocke und Diskriminierung verkehrt den beabsichtigten Schutz finanzschwacher Kunden ins Absurde. Das P-Konto führt zur Stigmatisierung von Armen. In seiner jetzigen Form erweist es sich daher als Irrweg.

DIE LINKE fordert, dass das Existenzminimum von monatlich 985,15 Euro nicht angetastet werden darf. Ein Girokonto pro Person muss automatisch und ohne jede Stigmatisierung bis zu diesem Betrag pfändungsgeschützt sein. Es muss alle wichtigen Basisfunktionen herkömmlicher Girokonten enthalten und darf nicht mehr kosten. Doch auch vom pfändungssichereren Girokonto profitieren Kunden erst dann, wenn ihnen überhaupt der Zugang zum Girokonto garantiert ist. Deshalb erneuern wir unsere Forderung nach dem „Girokonto für alle“.

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 26. November 2010 um 10:03 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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  11 Kommentare / Fragen veröffentlicht


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11 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Taram am Freitag, 26.11.2010.

Empfehle die Commerzbank, bin super zufrieden. Lief alles ohne Komplikationen, Lastschrift und Überweisungen ohne Probleme. Eigene Vordrucke für Erhöhung des pfändungsfreien Betrag


2. ... Kommentar von Braunes Hartz am Freitag, 26.11.2010.

Die Fälle kann ich aus meiner eigenen Erfahrung voll bestätigen. Da haben die hohen und hochbezahlten Damen und Herren in den Ministerien sich nun mehrere Jahre Zeit gelassen um so einen Pfusch zu produzieren. Schmeißt doch dieses unfähige Pack raus !


3. ... Kommentar von Britwei28 am Freitag, 26.11.2010.

Das haben die Politniks doch vorgemacht!
Wen wundert es denn noch, wenn sich Gut-und Spitzenverdiener auf Kosten der Armen bereichern! Es wird ihnen doch auch sehr leicht gemacht; ein Händeschütteln hier und da eine Partie Golf, dann ist alles unter Dach und Fach!!!


4. ... Kommentar von Hahn am Freitag, 26.11.2010.

Das P-Konto ist Bullshit. Punkt.

Wir haben auch Schulden, die wir nicht mehr bezahlen können, und sind langzeiterwerbslos, also Hartz-IV-Bezieher.

Wir haben uns das mit dem P-Konto sehr genau angeschaut, haben uns anwaltlich und von der Verbraucherberatung gründlichst informieren lassen - und wir als sachkundige Sozialleistungsbezieher lassen deshalb dankend die Finger vom P-Konto.

Wir benutzen unser Girokonto auf Guthabenbasis NUR zum Empfang der Sozialleistungen, die wir bekommen, und die sind jeweils sieben Tage ab Eingang vor jeglicher Pfändung geschützt (§ 55 SGB I).

Darüber hinaus wäre unser Geld gemäß der Pfändungsfreigrenzentabelle zu § 850c ZPO ebenfalls geschützt, da wir erstens nur Sozialleistungen beziehen, die zweitens weit unterhalb der gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen liegen und daher drittens generell nicht pfändbar sind. Das weiß viertens auch unsere Bank.

Um aber jeglichem sinnlosen Ärger diesbezüglich von vorn herein aus dem Wege zu gehen, überweisen wir innerhalb der pfändungsfreien sieben Tage alles, was überwiesen werden muß, lassen grundsätzlich nichts und niemanden abbuchen, und nehmen dann sofort das restliche Geld mit, und verwahren es an sicherem Ort - denn Banken sind nicht sicher.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Und man lernt auf diesem Wege sehr gut, sich von Banken abzunabeln.


5. ... Kommentar von Braunes Hartz am Freitag, 26.11.2010.

@ Hahn,
das kannst Du noch 13 Monate machen, dann ist Schluß weil dann die alte Regelung ausläuft.

@ Taram,
es geht hauptsächlich darum, ein kostenloses Onlinekonto unverändert weiterführen zu können, auch mit P-Eintragung. Da liegt der Hase im Pfeffer. Bei teueren Service-Konten magst Du mit Deiner geliebten C-Bank zufrieden sein. Gerade die pfändungsbedrohten Transferempfänger sind jedoch auf die billigsten, sprich kostenlosen Konten angewiesen. Wenn’s auf Geld nicht ankommt, kann man mir ja auch mit einer England-Insolvenz kommen, alles gut und schön, aber für die armen Pleitiers ungeeignet. Für die sind eben auch 5 oder 10 € im Monat genau 5 oder 10 € zuviel.


6. ... Kommentar von x am Freitag, 26.11.2010.

@ braunes hartz zu ” @ Hahn, das kannst Du noch 13 Monate machen, dann ist Schluß weil dann die alte Regelung ausläuft. ” :
d. h. , daß “§ 55 SGB I” und “§ 850c ZPO” zum 1.1.2012 gestrichen wird ? und , daß dann (ein meistens teueres) p-konto zur pflicht wird , will man (nicht nur arbeitslose!) keine probleme bekommen , schon anfang des monats kein geld mehr zu haben , weil z.b. die “contentmafia” pfänden läßt ?
wie dreist !


7. ... Kommentar von Braunes Hartz am Freitag, 26.11.2010.

@ x,
So sieht’s aus. Der bisherige Pfändungsschutz auf Sozialleistungen fällt dann weg, Gutschriften sofort bei Eingang weggepfändet.


8. ... Kommentar von Braunes Hartz am Freitag, 26.11.2010.

siehe
sozialleistungen.info: pfaendungsschutzkonto


9. ... Kommentar von Hahn am Freitag, 26.11.2010.

@Braunes Hartz:

Unter dem von Dir genannten Link lese ich lediglich, daß einige der bisherigen Pfändungsschutzvorschriften wegfielen.

Der § 55 SGB I gehört da auch dazu?
Wenn ja, wo steht das exakt so geschrieben?

Gleiches gilt für die gesetzliche Pfändungsfreigrenzentabelle in § 850c ZPO - soll die auch abgeschafft werden?
Wenn ja, wo steht das exakt so geschrieben?

Mir ist davon nämlich nichts bekannt.

Nun weiß ich auch nicht alles, aber daß der § 55 SGB I wegfiele, wäre mir neu.


10. ... Kommentar von Hahn am Freitag, 26.11.2010.

Habe es gefunden:

deutsche-rentenversicherung-regional.de

Ist also tatsächlich so. Wobei natürlich bis dahin noch viel Wasser die Elbe hinunterfliesst.

Wenns aber so kommt, dann ist es umso besser, daß man kein Geld aufm P-Konto lässt - dann erst recht!


11. ... Kommentar von Sancho am Sonntag, 28.11.2010.

Banken beherrschen eben wie auch die Versicherungen, das Abzocken von Kunden besser als den seriösen Geld -, Kredit -und Aktienhandel. Natürlich wenn sie auf die Nase fallen muß der Steuerzahler, zu deren Rettung herhalten. Aus Dank werden dann die Gebühren erhöht, neue erfunden und gegenüber Unternehmen die Kreditwilligkeit engeschränkt. Sollte die Pfändungsgrenze wegfallen, hilft nur noch die Barauszahlung der Hartz IV - Armutsleistungen und die Banken verdienen an den Bedürftigen auch nichts mehr.


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