Paritätischer fordert deutliche Erhöhung bei Hartz IV
Als Bestätigung seiner Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Hartz IV-Leistungen bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die heute bekannt gewordene Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Gleichzeitig distanziert sich der Verband von Äußerungen des Deutschen Vereins, wonach die Hartz IV-Sätze für eine gesunde Ernährung ausreichend seien.
Nach Auffassung des Paritätischen seien die Regelsätze bei Hartz IV schnellstmöglich von derzeit 351 auf 440 Euro zu erhöhen, um wenigstens auf bescheidenem Niveau vor Armut zu schützen. Die Studie des IAB belege einmal mehr auf erschütternde Weise, dass Beziehern von Hartz IV eine Teilhabe an Gesellschaft und Kultur verwehrt sei. Der Verband fordert die Bundesregierung zum sofortigen Handeln auf. „Ein Sozialstaat, der es schon als armutspolitischen Erfolg wertet, wenn er seine Bürgerinnen und Bürger nicht verhungern lässt, hat seinen Namen nicht verdient“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. Eine seriöse und ernst gemeinte Armutspolitik müsse dagegen mehrdimensional angelegt sein und auf mehr als das nackte Überleben zielen.
„Wer Einkommensarmut wirksam und nachhaltig bekämpfen will, muss auch ein Mindestmaß an sozialer und kultureller Teilhabe, echte Bildungschancen und damit echte Zukunftsperspektiven ermöglichen“, fordert Schneider. Insbesondere die bestehenden Regelsätze für Kinder und Jugendliche seien in keiner Weise bedarfsgerecht und reichten noch nicht einmal für die ausgewogene Ernährung eines Schulkindes, wie der Verband in einer eigenen Expertise nachweist. Damit distanziert sich der Paritätische von gegenteiligen Äußerungen des Deutschen Vereins vom Wochenende, der eine gesunde Ernährung durch die geltenden Regelsätze ausreichend gewährleistet sieht.
Quelle: Der PARITÄTISCHE Gesamtverband
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