Opfer des DDR Zwangsdopings


Berlin:(hib/STO)- „Entschädigung der Opfer des DDR Zwangsdopings“ lautet der Titel einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/13041). Wie die Fraktion darin ausführt, wurden in der DDR etwa 10.000 minderjährige Hochleistungs- und Nachwuchssportler im staatlichen Auftrag gedopt. Dies sei meist ohne ihr Wissen und ohne ihre Einwilligung geschehen. Die physischen, psychischen und sozialen Schäden der Opfer des DDR-Staatsdopings seien schwerwiegend. Nicht nur die ehemaligen Sportler seien von Gesundheitsschäden betroffen, sondern häufig auch ihre Kinder.

Weiter verweisen die Abgeordneten darauf, dass 2002 das Dopingopfer-Hilfegesetz und 2016 das Zweite Dopingopfer-Hilfegesetz (2. DOHG) vom Bundestag verabschiedet worden sei, um die Betroffenen finanziell zu entschädigen. Anspruchsberechtigte bekämen aus dem Fonds des 2. DOHG einmalig 10.500 Euro ausbezahlt. Durch das 2. DOHG seien indes bisher keine Menschen anspruchsberechtigt, die dadurch geschädigt wurden, dass ihre Mutter bereits vor der Schwangerschaft gedopt wurde. Anspruchsberechtigt seien bisher nur Betroffene der zweiten Generation, sofern die Mutter während der Schwangerschaft gedopt wurde.

Wissen will die Fraktion von der Bundesregierung, wie viele Anträge auf Entschädigung gemäß dem 2. DOHG bisher beim Bundesverwaltungsamt von Opfern der zweiten Generation eingereicht und wie viele davon positiv beschieden wurden. Auch erkundigt sie sich unter anderem danach, ob und gegebenenfalls wie viele Menschen der Bundesregierung bekannt sind, „die erhebliche Gesundheitsschäden erlitten haben, weil ihrer Mutter vor der Schwangerschaft Dopingsubstanzen verabreicht worden sind“.

Quelle: Deutscher Bundestag

10. Juli 2017

1 Kommentar

  1. Sozialticker

    28. Juli 2017 um 19:26

    Entschädigung wegen DDR-Zwangsdopings

    Berlin: (hib/STO) Entschädigungen gemäß dem Zweiten Dopingopfer-Hilfegesetzes sind ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/13124) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/13041). Darin verwies die Fraktion darauf, dass in der DDR etwa 10.000 minderjährige Hochleistungs- und Nachwuchssportler im staatlichen Auftrag gedopt worden seien, meist ohne ihr Wissen und ohne ihre Einwilligung. Um die Betroffenen finanziell zu entschädigen, seien 2002 das Dopingopfer-Hilfegesetz und 2016 das Zweite Dopingopfer-Hilfegesetz (2. DOHG) vom Bundestag verabschiedet worden. Anspruchsberechtigte bekämen aus dem Fonds des 2. DOHG einmalig 10.500 Euro ausbezahlt.

    Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort ausführt, wurden mit Stand vom 30.Juni dieses Jahres 444 Anträge auf finanzielle Hilfe gemäß dem 2. DOHG gestellt. Davon seien 245 Anträge positiv beschieden und 240 Auszahlungen geleistet worden.

    Sieben Anträge wurden laut Bundesregierung ablehnend beschieden. „Davon wurden fünf Anträge von Abkömmlingen mangels des gesetzlich geforderten zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Verabreichung von Dopingsubstanzen und der Schwangerschaft abgelehnt“, heißt es in der Antwort weiter. Ein Antrag sei wegen bereits erhaltener Hilfe nach dem Dopingopfer-Hilfegesetz von 2002 abgelehnt und ein Antrag „wegen fehlender Zugehörigkeit zum Leistungssportsystem der ehemaligen DDR negativ beschieden“ worden. Derzeit befänden sich 192 Anträge in der Bearbeitung.

    Quelle: Deutscher Bundestag

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