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Nur jeder zweite Ausbildungsplatz wird noch von einem Betrieb angeboten

Viele Auszubildende brauchen Nebenjob um zu existieren

Die Ausbildungssituation sieht für viele junge Menschen in Brandenburg und Berlin nach wie vor nicht rosig aus: fehlende betriebliche Ausbildungsplätze, zu geringe Ausbildungsvergütungen, die zu Nebenjobs zwingen sowie eine wachsende Zahl von Überstunden, die selten abgegolten werden, kennzeichnen die Lage. Bei der Vorstellung des vierten Ausbildungsreports der DGB-Jugend für Berlin-Brandenburg plädierte die stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, heute im Rahmen eines Mediengesprächs dafür, eine Mindestausbildungsvergütung von 500 Euro einzuführen sowie Beratungsangebote für Hilfe suchende Auszubildende einzurichten. Für den Report wurden insgesamt 3.200 Jugendliche befragt.

Obwohl sich der Ausbildungsmarkt entspannt hat, blieben dennoch zum Jahresende mehr als 12.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Ingesamt hatten 48.901 eine Chance zum Berufseinstieg gesucht. Nur jeder zweite Ausbildungsplatz ist noch in einem Unternehmen angesiedelt: Lediglich ein Viertel der Betriebe in der Region bildet aus. Allein das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft pumpte 2008 rd. 16 Millionen Euro in die Region, um mit dieser Finanzspritze mehr als 2.300 Ausbildungsplätze zu fördern.

Große Sorgen bereite die Tatsache, so Doro Zinke, dass die durchschnittliche Ausbildungsvergütung bei nur noch 350 Euro im Monat liege. 12,4 Prozent der Jugendlichen, die maximal 400 Euro an Ausbildungsvergütung erhielten, benötigten mittlerweile einen Nebenjob, um ihre Existenz zu sichern. Das sei ein Skandal, weil die Konzentration auf die Ausbildung damit abnehme und die jungen Menschen Raubbau an ihrer Gesundheit betrieben. Zudem müsse jeder dritte Auszubildende Überstunden leisten, vor allem im Gaststättenbereich. Vielfach würde diese Mehrarbeit nicht abgegolten. 30 Prozent der Auszubildenden beklagten, dass sie zu ausbildungsfremden Tätigkeiten herangezogen würden. Die DGB-Vize forderte, die Qualität der Ausbildung mehr in den Mittelpunkt zu stellen, damit sei auch die Frage nach der Qualität der Ausbilder verbunden. Häufig hätten Jugendliche entweder keinen Ausbilder oder bekämen ihn nur selten zu Gesicht. Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen wolle, der müsse auch in Ausbildung investieren.

Quelle: Presse DGB Berlin Brandenburg

Startseite - Veröffentlicht am: 19. Dezember 2008 um 10:23 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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