Das neue Hinzuverdienstrecht

Seit 1. Juli 2017 können Rentnerinnen und Rentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Die bisherige monatliche Grenze von 450 Euro entfällt. Die Hinzuverdienstgrenzen wurden im Flexirentengesetz neu geregelt.

Wann der Hinzuverdienst innerhalb eines Kalenderjahres erzielt wird, ist unerheblich. Übersteigt der Hinzuverdienst die jährliche Grenze von 6.300 Euro jedoch, wird der darüber hinausgehende Verdienst zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Eine Obergrenze für den Hinzuverdienst ist der sogenannte Hinzuverdienstdeckel, der sich individuell an dem besten Verdienst der letzten 15 Jahre vor dem Rentenbeginn orientiert. Sollte diese Grenze erreicht werden, wird der darüber hinausgehende Verdienst voll auf die Rente angerechnet.

Die Deutsche Rentenversicherung Hessen weist darauf hin, dass sie zunächst auf Grundlage der Angaben des Versicherten eine Prognose über den Hinzuverdienst im laufenden und im kommenden Jahr erstellt und entsprechend dem erwarteten Hinzuverdienst eine Rentenhöhe festsetzt. Am 1. Juli jeden Jahres wird der Hinzuverdienst rückwirkend centgenau überprüft („Spitzabrechnung“). Die Rente wird unter Berücksichtigung des tatsächlichen Hinzuverdienstes neu berechnet. War die Rente bisher zu niedrig festgesetzt, erhält der Rentner die Nachzahlung ausgezahlt. War die Rente zu hoch angesetzt, wird die Überzahlung zurückgefordert.

Mit Erreichen der Regelaltersgrenze können Versicherte wie bisher auch unbegrenzt hinzuverdienen.

Weitere Informationen zu den Neuregelungen durch das Flexirentengesetz bietet der kostenlose Flyer „Flexirente: Das ist neu für Sie“. Er ist im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-hessen.de abrufbar.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

5. Juli 2017

1 Kommentar

  1. Moment mal, da plärren sie alle dass man sich die Rente doch verdient und daher einen rechtlich und „moralischen“ Anspruch auf das Geld habe und dies keine Sozialleistung wie ALG II oder Grundsicherung sei. Gleichwohl greift der Staat bei hinzuverdientem Geld wieder ab, wenn auch nur zu 40%.

    Mir scheint dass ALLES wie aus Gummi ist, die Rente ist kein „Eigentum“ oder „Vermögen“, sondern (zumindest teilweise) eine Sozialleistung wie nach SGB II oder SGB XII ist und die Riesterrente wird ja sogar zu 100% einkassiert wenn man Leistungen nach SGB bezieht.

    …das ist alles sooooo gerecht, wer arbeitet zahlt Steuern & Abgaben dass die Schwarte kracht. Wer alt ist und zu seinem Lebenswerk ein paar € hinzu verdient darf sich über eine spürbare Anrechnung freuen. Aber die arme Sau die nicht arbeitet und als Schmarotzer von anderer Leute Arbeit darben muss, der darf gerade mal die hälfte der auf Arbeit anfallenden Steuern zahlen. Da das kein Verdienst im Sinne von Erwerbseinkommen ist (eben LEISTUNGSLOS) einkommende Gelder, wird es dem sicher nicht auf die Rente angerechnet.

    So wie im Gesetzestext kann man auch die Einladung(en) zur Schwarzarbeit und Riestern in die Matratze formulieren – der ehrliche und fleißige ist wieder mal der Blöde. Aber will schon als blöd gelten?
    Hoffendlich mach jeder was draus und ist weniger fleißig und ehrlich (zum alleinigen Vorteil anderer) und weniger blöd als die Brut da oben die Masse gern hätte.

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