Neidisch auf Norwegen
Zum Inkrafttreten der Sanktionen bei Nichterfüllung der Quote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen in Norwegen zum 1.1.2008 erklärt Irmingard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin und frauenpolitische Sprecherin:
In Norwegen tritt zum 1.1.2008 die letzte Stufe der Quote für Aufsichtsräte in Kraft. Vierzig Prozent Mitglieder müssen Frauen (oder Männer) sein. Mit Sanktionen von Bußgeldern bis hin zur Zwangsauflösung wird den Unternehmen gedroht, die in den letzten zwei Jahren seit Einführung des Gesetzes nicht aktiv geworden sind. Begleitet wurde das Gesetz mit einem Schulungsprogramm “Female Future” sowie einer Datenbank mit über 4.000 Kandidatinnen. Neu gegründete Firmen sowie Staatsunternehmen müssen die Quote direkt erfüllen.
Eine derartige Konsequenz in Sachen Gleichberechtigung macht uns noch grüner – vor Neid. Auch in Deutschland hat sich Freiwilligkeit bei der Durchsetzung von Chancengleichheit in der Wirtschaft als chancenlos erwiesen. Daher fordert ein Antrag von uns vom Mai dieses Jahres eine Änderung des Aktiengesetzes. Wir wollen eine Frauenquote von 40 Prozent für die Aufsichtsratsgremien bis 2012.
Gestärkt werden soll außerdem die Kontrollfunktion von Aufsichtsräten. Dafür sollen der direkte Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtrat untersagt und die Anzahl der Aufsichtsmandate pro Person von bisher zehn auf fünf reduziert werden. Die Finanzskandale der letzten Zeit zeigen, wie dringend dies erforderlich ist.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Startseite - Veröffentlicht am: 29. Dezember 2007 um 12:02 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
Druckversion:
|
Weitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
- Diskussion um Vorratsdatenspeicherung nach Norwegen-Anschlag ist geschmacklos
- Union verhindert seriöse Debatte über Sicherheit im Internet
- Neuer Rekordüberschuss im deutschen Außenhandel






