Nachruf: Zum 1.Todestag von Detlef Rochner
Der Sozialticker e.V. gedenkt einem Menschen, der viel Gutes bewirkt hat und sich der Idee einer vernetzten bundesweiten Selbsthilfeorganisation verschrieben hatte, mit dem Ziel eine einheitliche Front zu bilden, damit Leistungsempfänger im Dschungel des Bürokratismus, Hilfe und Beistand finden.
Aus diesem Grund möchte der Sozialticker den letzten Artikel von Detlef Rochner, der kurz vor seinem Ableben geschrieben wurde als Denkanstoß veröffentlichen, damit vielleicht ein guter Gedanke nicht ungehört bleibt:
Eigeninitiative ja - Zusammenarbeit - Nein Danke!
Es gibt bereits unzählige Internetpräsentationen und Plattformen gegen den praktizierten Sozialabbau unserer Regierung. In vielen Foren sind tausende Mitglieder registriert und tausende Hilfesuchende bekommen aktive Hilfe in so genannte Hilfsforen. Doch was sollen diese ganzen Einzelaktionen bewirken, wenn man es einfach nicht auf die Reihe bekommt ein gemeinsames und einheitliches Ziel gemeinsam zu verfolgen ? Gemeinsam heißt: Hilfsforen, Hilfsinitiativen und Internet-Seiten gegen den Sozialraub, versorgen sich gegenseitig mit Erfahrungen und Informationen zu bevorstehenden Aktivitäten .
Doch wie sieht die derzeitige Praxis aus ?
Viele Anfänge sind gemacht worden um Netzwerke aufzubauen. Aber eben nur Anfänge. Die eigene Profilierung, angeblicher Initiativen, ist offensichtlich wichtiger, als ein Zusammenschluss. Leider bekommt man es einfach nicht gebacken, alle Internetpräsentationen auf ein Ziel abzustimmen und eine netzwerkartige Informationseinheit zu schaffen. Warum ist die Ablehnung einer Zusammenarbeit untereinander so groß ? Die Gründe dafür liegen auf der Hand und man will sie nur nicht zugeben. Das eigene Image steht vor den hauptsächlichen Zielen der angegebenen HP ! Weil Herr X sich nicht mit Herrn Y versteht und es nicht verknusen kann, dass Herr Y einige Besucher mehr auf seiner HP hat, ist eine Zusammenarbeit schon von Hause aus unmöglich oder besser unerwünscht. Und dabei gibt es so geniale Ideen und Anfänge eine gemeinsame Linie zu fahren. Aber auch diese Möglichkeiten werden durch unterschiedliche Auffassungen der Betreiber im Keim erstickt. Da kann der Betreiber einer Parteipräsentation plötzlich nicht mit einer anderen Partei (die übrigens die gleichen Ziele verfolgt) zusammenarbeiten, nur weil man aus irgendeinem Grund über die Art der Zielverfolgung anderer Meinung ist. Doch muss man sich nicht fragen, was ist wichtiger ? Soll es um die Bekämpfung vom Sozialabbau gehen oder soll man sich über Kleinigkeiten der Durchführung streiten ?
Wir sind Alle erwachsene Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen und unterschiedlichen Einstellungen. Kann man nicht eine gegenseitige Akzeptanz und Toleranz voraussetzen, um an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten ? Wenn man es schon nicht schafft, eine vernünftige Motivierung von resignierten Betroffenen zu erreichen, warum zeigt man in aller Öffentlichkeit, dass es nicht einmal möglich ist, eine zentralisierte Organisation zu gründen !
Oder wäre 1989 der Mauerfall, ohne die Einigkeit der DDR - Bürger, möglich gewesen ?
Nein, wir müssen endlich lernen, die eigenen Interessen hinter der Zielaufgabe zu stellen. Es ist schön, wenn jeder HP - Betreiber viele Besucher hat aber es ist wirkungsvoller, wenn das Ziel erreicht wird. Und dass müssen wir uns Alle vor Augen halten. Ihr sagt, “Dass wissen wir Alles selber ?” Dann steht hier nur eine Frage:
“Warum handelt Ihr nicht so ?”
Detlef Rochner 2007
Detlef, wo immer du nun auch sein magst, wir denken an dich. Der Sozialticker e.V. gedenkt auch der Hinterbliebenden.
Startseite - Veröffentlicht am: 16. Juli 2008 um 10:09 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
Druckversion:
|
3 Kommentare / Fragen veröffentlichtWeitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
- Einkommensteuerpflicht von Schadenersatzrenten
- DGB Broschüre - Pflegereform 2008 - erhältlich
- IG Metall: ‘Gesetz gegen Missbrauch von Leiharbeit ist grotesk’






