Monopoly an der Börse – aus der Krise nichts gelernt
Monopoly an der Börse – aus der Krise nichts gelernt? - lautet das Thema der Sendung ANNE WILL am Sonntag, 2. November 2008, um 21.45 Uhr im Ersten.
Die Kurs-Kapriolen der VW-Aktie in dieser Woche haben den Verdacht genährt: Der Finanz-Poker an den Börsen geht ungerührt weiter, und viele fragen sich: Haben die Akteure aus der Finanzkrise nichts gelernt? Während der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, beklagt, die Wirtschaftsführer würden zu Unrecht für die Krise verantwortlich gemacht und statt dessen Systemfehlern die Schuld gibt, will Finanzminister Peer Steinbrück von Managern künftig mehr persönliche Haftung verlangen. Gleichzeitig sorgen die vereinbarten Bonus-Zahlungen für den Bahn-Vorstand im Rahmen des geplanten Börsengangs und angebliche Gehaltserhöhungen für neue Empörung.
- Wie viel Schuld tragen die Manager an der Finanz- und Wirtschaftskrise?
- Haben die VW-Spekulationen den Finanz-Poker neu angeheizt?
- Welche Regeln sind notwendig, um die Finanzmärkte dauerhaft zu stabilisieren und künftige Krisen zu verhindern?
Hierzu werden am 2. November bei Anne Will u.a. zu Gast sein:
- Arend Oetker, Unternehmer und Vize-Präsident des BDI
- Daniel Goeudevert, Ex-VW-Manager
- Hans Eichel (SPD), ehemaliger Bundesfinanzminister
- Silvana Koch-Mehrin (FDP), Mitglied im Europäischen Parlament
- Klaus Nieding, Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
Quelle: ANNE WILL– politisch denken, persönlich fragen
Verbraucherinformationen
Bookmark Buttons:
3 Kommentare / Fragen veroeffentlicht
Weitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
3 Kommentare / Fragen
Lesen Sie Kommentare / Fragen, welche andere Leser hinterlassen haben.
1. ... Kommentar von DECoien
am Sonntag, 2.11.2008.
Unsere Managerelite hat es schwer in diesen Tagen. Nicht einmal kleine Bonuszahlungen werden ihnen gegönnt. Das könnte verherrende Folgen für uns haben. Daher mache ich den Vorschlag für ein Managementstabilisierungsgesetz. Vielleicht endet dann ja auch mal die Sprachlosigkeit unserer “Elite” 
2. ... Kommentar von Steinbock
am Sonntag, 2.11.2008.
Berlin, 2. November 2008 – „Monopoly an der Börse – aus der Krise nichts gelernt?“ war das Thema der Sendung ANNE WILL am Sonntag, 2. November 2008.
FDP-Präsidiumsmitglied Silvana Koch-Mehrin hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zum Rücktritt aufgefordert. Im Zusammenhang mit den umstrittenen Bonus-Zahlungen für den Bahnvorstand habe Tiefensee schwere Fehler begangen: „Er hat die Unwahrheit gesagt, und er hat den Laden auch nicht unter Kontrolle.“ Die Europa-Parlamentarierin sagte bei ANNE WILL: „Ich denke, er sollte seinen Hut nehmen.“
Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) riet Bahnchef Mehdorn zum Verzicht auf die geplanten Boni: „Wenn man so engagiert ist für den Börsengang, dann wäre es wahrscheinlich schon gut zu sagen, ich verbinde das nicht mit zusätzlichen persönlichen Vorteilen. Denn das macht diesen Börsengang noch problematischer, und für den Verkehrsminister erst recht.“
Quelle: ANNE WILL– politisch denken, persönlich fragen
3. ... Kommentar von alex
am Montag, 3.11.2008.
Während diverse Tatsachenverdreher in der Politik und den Medien noch debattieren, ob die Wirtschaft allmählich in eine „Rezession” abgleite, oder das „Schlimmste schon überwunden” sei (Robert Mundell), sprechen die Fakten eine andere Sprache: die Realwirtschaft befindet sich im freien Fall. Die Frachtraten für Trockenfracht - also Getreide, Eisenerz, Kohle - sind in den letzten drei Monaten um 90% (!) zurückgegangen. China hat in den letzten Wochen keine einzige Tonne Eisenerz importiert. Der sogenannte Baltic Dry Index, der die Frachtkosten der Seeschiffahrt mißt, ist in diesem Jahr um 92% (!) gefallen. Der Handel mit Rohstoffen ist also dramatisch zurückgegangen. Die China International Capital Corporation Limited berichtet, daß die Aufträge für den Neubau von Schiffen global um 66% reduziert worden sind.
Nachdem der Autosektor weltweit eingebrochen ist - Daimler z.B. wird die Produktion für fünf Wochen einstellen - wird jetzt das Ausmaß des Kollapses der Stahlproduktion deutlich. Der weltgrößte Stahlproduzent, Arcelor Mittal, wird voraussichtlich von Mitte November bis Ende Januar 13 seiner Hochöfen in Europa schließen. Mehr als 60% der chinesischen Stahlindustrie arbeitet mit Verlusten, viele kleinere Firmen schließen, die Preise für Stahl sind in China seit Juni um 30-40% gefallen. Im Süden Chinas sind bereits über 50.000 mittlere und kleine Betriebe bankrott gegangen. Der Rückgang in der industriellen Produktion hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Kaufkraft der Bevölkerung: so fielen die Preise für Sojabohnen um 50% und für Getreide um 20-30% in drei Monaten.
Der Kollaps an Frachtvolumen ist im Zeitalter der (untergehenden) Globalisierung und des Freihandels ein offensichtlicher Indikator für den Zustand der Realwirtschaft. Neben den erwähnten Zahlen für die Schifffahrt sind die Verkaufszahlen für Lastwagen indikativ. Der Nettoverkauf von Volvo-Lastwagen ging im dritten Quartal fast um 100%, von 41.970 auf 115 zurück. Neubestellungen für Laster gingen weltweit im dritten Quartal um 55 % zurück.
(Quelle: bueso.de)
——————–
Lasst die Medien debbatieren, dass die Titanic schon nicht untergeht, obwohl das Wasser schon bis am Hals steht und die Reichen schon in den Rettungsbooten sizen und den Armen auf der Titanic zurufen: “Alles wird gut!”
Man sollte mal frech zurückfragen: “Und wieso sitzt ihr dann schon in der Rettungsbooten?” Aber soviel Hirn hat das einfache Volk leider nicht mehr, dank Daily Soaps…
Kommentar / Frage hinterlegen ...
Wenn Sie einen oeffentlichen Kommentar oder eine oeffentliche Frage zu dem oben gezeigten Artikel hinterlassen wollen, fuellen Sie nachfolgendes Formular aus. Bitte achten Sie auf die Netikette, bevor Sie Ihren Kommentar einsenden. Alle Einsendungen werden vor der Veroeffentlichung moderiert.
Der Webseitenbetreiber behaelt sich das Recht vor, Einsendungen ohne Angabe von Gruenden zu loeschen.