Modellvorhaben für studentischen Wohnraum völlig unzureichend

„Das ‚Modellvorhaben nachhaltiges Wohnen für Studenten und Auszubildende‘ kommt für viele Studierende zu spät und reicht hinten und vorne nicht, um die studentische Wohnungsnot nachhaltig zu beheben“, so Nicole Gohlke, hochschul- und wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Vorstellung des Programms durch die Bundesregierung. Sie fährt fort:

„Wenn die maximale Miete bei 260 Euro – in einigen Großstädten bei 280 Euro – liegen soll, werden damit die im BAföG vorgesehenen Mittel für Mietkosten von derzeit 224 Euro deutlich übertroffen. Die Förderung wird sich auf maximal 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche belaufen – wie da die Programmziele erreicht werden sollen, ist mehr als fraglich. Hinzu kommt, dass die Zielgruppenbindung lediglich für zehn Jahre aufgelegt wurde. Danach können die Wohnungen an alle anderen und vermutlich auch zu ganz anderen Preisen vermietet werden – Nachhaltigkeit schaut anders aus.

DIE LINKE fordert ein Bund-Länder-Programm zur Schaffung von mindestens 45.000 neuen Wohnheimplätzen in den kommenden vier Jahren und setzt sich dafür ein, dass von den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften bezahlbare Wohnraumkontingente für Studierende bereitgestellt werden. Überdies brauchen wir dringend eine echte BAföG-Reform: Der Fördersatz für Wohnkosten muss auf mindestens 298 Euro erhöht und dynamisch an die durchschnittliche Mietsteigerungsrate angepasst werden. Dort, wo die ortsüblichen Vergleichsmieten oberhalb des Satzes liegen, müssen die entsprechenden Mehrkosten übernommen werden.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE