Mitbestimmung als Rezept gegen chronischen Personalmangel und überlange Arbeitszeiten

„Immer mehr arbeiten mit immer weniger Personal geht auf Dauer in die Hose – den Preis zahlen die Beschäftigten mit ihrer Gesundheit“, sagt Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, angesichts der Veröffentlichung einer ver.di-Umfrage, die deren Vorsitzender Frank Bsirske heute in Berlin vorgestellt hat. Krellmann weiter:

„Wir brauchen eine Begrenzung des Arbeitstages. Lange und flexible Arbeitszeiten schaden auf Dauer der Gesundheit und erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Forderungen der Arbeitgeber nach einer Ausweitung der Höchstarbeitszeit muss die Bundesregierung eine klare Absage erteilen. Wer angesichts zu langer Arbeitszeiten und chronischem Personalmangel noch immer den Hals nicht vollkriegt, dem muss die Politik einen Riegel vor seine Profitgier schieben. Zu viel Arbeit macht krank und keine Arbeit zu haben macht auch krank. Deswegen muss ferner die vorhandene Arbeitszeit gerechter verteilt werden. Wir brauchen eine Debatte über die Verkürzung von Arbeitszeit zum vollen Lohnausgleich. Arbeitszeitverkürzung ist das beste Mittel gegen Überlastungen, Stress und Arbeitslosigkeit.

DIE LINKE fordert von der Bundesregierung endlich einen Vorstoß zu einer Anti-Stress-Verordnung. In einer humanen Arbeitswelt müssen die Arbeitsbedingungen zum Schwerpunkt gemacht werden. Appelle und Verweise auf das Arbeitsschutzgesetz reichen schon lange nicht mehr aus und gehen zu Lasten der Betroffenen. Hier fehlt es völlig an verbindlichen und handhabbaren Vorschriften. DIE LINKE fordert außerdem von der Bundesregierung mehr Engagement für mehr Mitbestimmung. Chronischem Personalmangel, überlangen Arbeitszeiten und belastenden Arbeitsbedingungen wird man nur dann glaubhaft Herr, wenn sie endlich der zwingenden Mitbestimmung der Betriebsräte unterliegen.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE