Mindestlohn versus Mindesteinkommen
In den letzten Wochen heftig diskutiert, das Thema Lohndumping und wie man der Abwärtsspirale im Lohnpoker wirkungsvoll entgegentreten kann.
Der Mindestlohn ist hierbei wohl jedem ein Begriff geworden, nur ist das Verständnis über diesen Begriff auch wirklich bei allen das selbe? Der überwiegende Teil der Bevölkerung versteht unter Mindestlohn die finanzielle Sicherung der Löhne und somit einen Weg aus der Armut. Dabei wird aber von Stundenlöhne zwischen 2,- bis 10,- Euro geredet, die endlich Klarheit bringen sollen.
Was anscheinend kaum jemand verstanden hat: Ein Mindestlohn auf Basis einer gesetzlichen Untergrenze für geleistete Arbeit pro Stunde ist kein probates Mittel gegen Armut oder Lohndumping!
Immer wieder weist der Sozialticker darauf hin, dass nur ein gesetzlich garantiertes Mindesteinkommen pro Monat ein probates Mittel sein kann.
Beispiel:
Ein Stundenlohn von 10,- oder 15,- Euro wird nicht zum Leben reichen, wenn der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber nur 10 Stunden in der Woche benötigt wird.
Ein Mindesteinkommen hingegen bringt dem Arbeitnehmer die Sicherheit ungeachtet der Arbeitsstunden einen garantierten Mindestbetrag im Monat zur Verfügung zu haben. Ob der Arbeitgeber dabei den Arbeitnehmer nur 20 oder 38,5 Stunden pro Woche benötigt, ist dabei irrelevant. Arbeitsleistungen über die 38,5 Stunden oder den üblichen 8 Stunden täglich, werden wie gewohnt als Überstunden mit den tariflichen / arbeitsvertraglichen Zuschlägen vergütet.
Es wird Zeit, dass endlich von allen Seiten der Unterschied von Mindesteinkommen und Mindeststundenlöhnen erkannt wird. Geschickt wird allerdings immer nur vom Mindestlohn gesprochen.
Aber eins muss für alle uneingeschränkt gelten:
Ein staatlich geregeltes Mindesteinkommen muss für alle erwerbstätigen Bürger gelten, egal ob Ost oder West, Mann oder Frau, Fachkraft oder Ungelernter.
Lesen Sie zu diesem Thema auch:
Mindestlöhne in Europa
Die Devise gegen Armut trotz Vollzeitbeschäftigung und Lohndumping bei Niedriglöhnen kann nur heißen:
DEUTSCHLAND braucht ein einheitliches MINDESTEINKOMMEN
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