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Milch-Lieferboykott: Bauernverband als Streikbrecher gegen die eignen Bauern?

Bild: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die GrünenAngesichts der Presse-Äußerungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV), erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen:

Mit Aussagen wie “der DBV sieht keine Notwendigkeit, sich den Boykott-Aufrufen der Milchbauern anzuschließen” und “eine Mehrheit der Milchbauern liefert weiter” fällt Sonnleitner den Bauern, die um ihre Existenz kämpfen, in den Rücken und riskiert damit eine Schwächung des Kampfes um faire Preise. Dabei sind diese zum großen Teil nicht nur Mitglieder des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) sondern auch des DBV. Teile des DBV gerade in Bayern stützen den Boykott.

Seit Jahren bröckeln kontinuierlich die Mitgliedszahlen des DBV. Bäuerinnen und Bauern brauchen eine berufsständische Vertretung, die ihre Interessen lautstark unterstützt. Sogar aus der Schweiz oder Belgien erhalten die streikenden Milchbauern Unterstützung.

Ohnehin geht es heiß auf den Veranstaltungen zu. Die Milchbauern kritisieren heftig, dass Funktionäre des Deutschen Bauernverbandes in den Vorständen der Molkereien sitzen und dort verantwortlich sind für die schlechten Auszahlungspreise sowie für eine Genossenschaftspolitik, die immer mehr in Menge und Expansion geht. Für den deutschen Bauernverband liegt das Heil in Wachstum und einer größeren Konzentration der Molkereien. Doch nach den schlechten Erfahrungen mit den Handelskonzernen und deren Marktmacht klingt das für die Milchbauern nicht unbedingt verlockend. Eine kleine Molkerei wie die “Upländer Bauernmolkerei” bei Kassel konnte mit einem erhöhte, aber fairen Milchpreis in der Einzelhandelskette “tegut” sogar viele Verbraucherinnen und Verbaucher überzeugen.

Die Bauern werden dem Bauernverband den Rücken kehren, falls sich dieser nicht zur Unterstützung aufrafft. Die Alternativen winken schon mit Bund deutscher Milchviehalter, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft oder auch den Ökoverbänden.

Bundesregierung und Koalition fordern wir auf, endlich die politischen Rahmenbedingungen für faire Milchpreise zu schaffen, statt in Brüssel zu lamentieren und in der Milchpolitik auch noch mit Verschlechterungen durch die Milchmengensteigerungen nach Hause zu kommen.

Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Startseite - Veröffentlicht am: 31. Mai 2008 um 9:49 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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