Migranten fordern bessere Bildungschancen
Zur großen Online-Befragung von Roland Berger, Bertelsmann, Springer und Hürriyet, erklärt Memet Kilic, Sprecher für Integrations- und Migrationspolitik:
Wir fordern, für eine bessere Teilhabe von Migrantenkindern längeres gemeinsames Lernen in allen Bundesländern.
Es ist schon lange bekannt, dass Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch in unserem Bildungssystem deutlich benachteiligt sind. Unser mehrgliedriges Schulsystem stellt mit seiner sozialen Selektion eine institutionelle Diskriminierung dar. Es ist nahezu vorprogrammiert, in welcher Schule ein Arbeiterkind mit Migrationshintergrund landet. Schon zehnjährige Kinder haben deshalb Zukunftsängste und Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl.
Insbesondere Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch, sind neben ihrer Muttersprache in ihrer Bildungssprache zu festigen. Deutsch ist bei der Entscheidung über die weiterführende Schule ein entscheidendes Fach.
Vor allem durch die Selektion im Schulsystem sind Kinder mit Migrationsgeschichte unterproportional bei höheren Schulabschlüssen vertreten. Bildung ist aber entscheidend für die Chancengleichheit.
Der Wunsch der Betroffenen nach mehr Ganztagsschulen freut uns besonders. Ein flächendeckender Ausbau von gebunden Ganztagsschulen wird die Teilhabemöglichkeiten von Migrantenkindern um ein Vielfaches erhöhen.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Startseite - Veröffentlicht am: 15. April 2011 um 8:00 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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