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Merkels Politik der ruhigen Hand ist am Ende

Bild: Bundestagsfraktion DIE LINKE im Bundestag“Die Politik der ruhigen Hand der Kanzlerin ist gegenüber den entfesselten Finanzmärkten völlig fehl am Platz. Die Banken und Spekulanten müssen endlich in die Schranken gewiesen werden”, erklärt Gregor Gysi angesichts der sich fortsetzenden Turbulenzen in der Schuldenkrise. „Die Bundesregierung wird in der Euro-Krise mit ihrer Mischung aus Arroganz und Besserwisserei zum Bremsklotz. Doch die Hoffnung, dass Deutschland sich auf Kosten der anderen Länder und der eigenen Bevölkerung weiter durch die Krise wursteln kann, erweist sich mehr und mehr als trügerisch.“

Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Angela Merkel muss jetzt schleunigst ihren Widerstand gegen Eurobonds aufgeben. DIE LINKE ist bereit, noch im August die notwendigen Beschlüsse im Bundestag mit zu fassen, wenn vor allem Union und FDP sich endlich aus der Abhängigkeit der Großbanken lösen und ihre Rolle als Ackermanns Gehilfen aufgeben. Die Finanzierung der öffentlichen Haushalte muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden, indem sie aus der Abhängigkeit der Kapitalmärkte befreit werden. Dazu müssen die Staaten die Möglichkeit bekommen, über eine öffentliche europäische Bank zinsgünstige Kredite aufzunehmen.

Darüber hinaus Deutschland muss eine Initiative für eine europaweite Vermögensabgabe starten. Nur durch eine höchst gerechte Beteiligung der wachsenden Zahl von vermögenden in Europa und nicht durch immer neue Spardiktate ist die Krise überwindbar, lässt sich der Schuldenstand deutlich senken.

Schließlich müssen mindestens auf europäischer Ebene schnellstmöglich Vereinbarungen für eine strikte Regulierung der Finanzmärkte getroffen werden. Das Verbot von Leerverkäufen kann dafür nur ein erster Schritt sein. Das Verbot von Hedgefonds und anders muss folgen. Die europäischen Regierungen bekommen jeden Tag vorgeführt, wie ihnen Spekulanten und Zocker auf der Nase herumtanzen. Es ist allerhöchste Zeit, um das Primat der Politik über die Finanzwirtschaft wieder herzustellen.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 13. August 2011 um 9:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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1. ... Kommentar von Stefan Wehmeier am Sonntag, 14.8.2011.

“Die Banken und Spekulanten müssen endlich in die Schranken gewiesen werden”, erklärt Gregor Gysi”

Summe aller Ersparnisse (Zinsgeldvermögen): 5,8 Billionen Euro
Verliehene Ersparnisse: 5,1 Billionen Euro
Nicht verliehene Ersparnisse (Hortung): 700 Milliarden Euro

Zinseinnahmen der Geschäftsbanken: 420 Milliarden Euro pro Jahr
Zinsaufwendungen für Sparer (vor allem Großsparer): 330 Milliarden Euro pro Jahr
Bankmarge: 90 Milliarden Euro pro Jahr

(Quelle: Deutsche Bundesbank, Stand: Oktober 2007)

Wer sind also die Ausbeuter in der Zinswirtschaft - die “bösen Banken” oder die “lieben Sparer”? Die Summe aller “unverschämten Bankmanagergehälter” beträgt weniger als zwei Prozent der Bankmarge, und im Gegensatz zu den Sparern erbringen die Bankmanager dafür sogar eine Arbeitsleistung, unabhängig davon, wie man diese anderweitig bewerten mag. Die Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) ist ebenfalls in der Bankmarge enthalten.

Die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins), die den Sparern gezahlt werden muss, damit die Geldersparnisse nicht in bar oder auf Girokonten gehortet, sondern mittel- bis langfristig verliehen werden und somit für realwirtschaftliche Investitionen zur Verfügung stehen, setzt eine Untergrenze für die Rentabilität neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, etc.), sodass ein struktureller Sachkapitalmangel bestehen bleibt, aus dem wiederum die Eigenkapitalrendite für alles (noch) unverschuldete Sachkapital resultiert, die zurzeit etwa 120 Milliarden Euro pro Jahr beträgt. Rechnen wir die privaten Bodenrenten von etwa 100 Milliarden Euro pro Jahr hinzu, von denen ein Großteil in den Wohnungsmieten enthalten ist, beträgt die Summe arbeitsfreier Kapitaleinkommen (unverdiente Knappheitsgewinne) auf Kosten der Mehrarbeit anderer 550 Milliarden Euro pro Jahr, was einem durchschnittlichen Nettolohnverzicht von 1200 Euro monatlich für alle 38 Millionen (noch) arbeitende Zinsverlierer in Deutschland entspricht. Der dadurch bedingte Kaufkraftverlust der breiten Masse destabilisiert schließlich die gesamte Ökonomie (gegenwärtiger Ist-Zustand).

opium-des-volkes.blogspot.com


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