Mehr Information über Internet-Zugänge

Berlin: (hib/HLE) Kunden von Telekommunikationsunternehmen werden bald bessere Informationen über die Qualität ihrer Internetzugänge erhalten. Die Unternehmen müssen den Kunden vor Vertragsabschluss ein Produktinformationsblatt zur Verfügung stellen, das die wesentlichen Vertragsbestandteile aufzeigt, heißt es in der von der Bundesregierung dem Deutschen Bundestag vorgelegten Verordnung der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen zur Förderung der Transparenz auf dem Telekommunikationsmarkt (18/8804).

In dem Produktinformationsblatt ist eine Reihe von wichtigen Angaben zu machen: So müssen die Anbieter die Vertragslaufzeiten, die minimale, normalerweise zur Verfügung stehende und die maximale Datenübertragungsrate ebenso nennen wie die Rahmenbedingungen zu einer etwaigen Reduzierung der Datenübertragungsrate („Drosselung“).

Auch nach der Freischaltung des Anschlusses erhalten die Kunden zusätzliche Informationen. So gibt es für die Kunden einen Rechtsanspruch auf Information zur aktuellen Datenübertragungsrate ihrer Mobilfunk- beziehungsweise Festnetzanschlüsse. Außerdem werden die Anbieter verpflichtet, dem Endnutzer die vertraglich vereinbarte minimale und maximale Datenübertragungsrate sowie die tatsächlich gemessene Datenübertragungsrate darzustellen. „Die Messergebnisse müssen speicherbar sein und im Online-Kundencenter hinterlegt werden können“, wird vorgeschrieben. Eine weitere Neuregelung betrifft die Mindestvertragslaufzeit, deren Ende für Verbraucher oft nur schwer zu ermitteln ist. Vorgeschrieben wird jetzt der regelmäßige Abdruck dieses Datums in der Monatsrechnung. Damit werde „eine zuverlässige und für den Verbraucher praktikable Informationsmöglichkeit geschaffen“, erwartet die Bundesnetzagentur.

Bei Verträgen mit beschränktem Datenvolumen wird eine Informationspflicht eingeführt. Die Kunden sollen erfahren können, wie hoch ihr bislang verbrauchtes Datenvolumen ist. Dies soll geschehen, „auf mindestens tagesaktueller Basis und zum anderen nach Ende des vereinbarten Abrechnungszeitraumes im Wege einer Gegenüberstellung des vertraglich vereinbarten und des tatsächlich verbrauchten Datenvolumens“, wird in der Verordnung vorgeschrieben.

In der Verordnung wird heftige Kritik an den Anbietern geübt. Messungen hätten gezeigt, „dass die Anbieter gar keine oder nur wenig belastbare Aussagen zur realisierbaren Datenübertragungsrate machen. Der Endkunde weiß nicht, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann. Auch nach Vertragsabschluss und erfolgter Schaltung gibt es keine standardisierten Prozesse, dem Endkunden einen transparenten Überblick über die Leistungsfähigkeit des konkreten Anschlusses zu bieten.“

Quelle: Deutscher Bundestag

Anmerkung Sozialticker … „zu einer etwaigen Reduzierung der Datenübertragungsrate („Drosselung“).“ – und sowas im Jahr 2016, wo das Zeitalter der internetbasierten Zukunft im vollen Gange sein müsste … eigentlich kostenfrei und für jeden zugänglich zu gestalten … aber eine solche Schande, was die Telekommunikationsunternehmen in diesem Lande sich leisten, ist nur mit purer Geldgier zu begründen. Aber lustig wird es, wenn die Leute bemerken, wie sie übern Tisch gezogen worden sind, was Upload und Downloadgeschwindigkeiten betraf.

Ja, da können wir sogar ein Lied von singen, wo Techniker vor Ort in Messung eine Bandbreite von über 50.000 Mbit ermittelten und die werten Herren einem nur „56 kbit.“ zugestehen wollten. Angeblich nicht mehr machbar … obwohl man auf der Hauptleitung sitzt. Und der wahre Grund ist wohl gewesen, dass man ja durch die geringe Bandbreitenbereitstellung, noch mehrere Kunden in Vollzahlung sich reinziehen konnte. Naja, nun von Rechtsansprüchen träumen zu lassen, ändert nichts an der Tatsache des „längeren Hebels“, welchen man ausgesetzt wird, denn wer meckert – der bekommt halt technische Probleme am Netzanschluss.

Fazit: Rauchzeichen sind schneller …