Maßnahmen gegen Notstand in der ambulanten Pflege notwendig

Die Volkssolidarität fordert von Politik und Pflegekassen sofortige Maßnahmen, um den Notstand im Bereich der ambulanten Pflege zu beheben. Das erklärte Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff am Donnerstag. Er bezog sich dabei auf die Ergebnisse des „Pflege-Thermometers 2016“ des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP).

„Die Ergebnisse der DIP-Studie zeigen: Der Notstand in der ambulanten Pflege aufgrund des gravierenden Fachkräftemangels ist bereits Realität geworden“, stellte Friedersdorff klar. „Wenn mehr als die Hälfte aller ambulanten Pflegedienste Klienten wegen fehlendem Personal ablehnen, ist das ein deutliches Alarmsignal. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen können nicht ewig von Pontius zu Pilatus laufen, bis sie einen Pflegedienst gefunden haben, der noch Kapazitäten hat. Hier stehen Politik und Pflegekassen in der Verantwortung, Abhilfe zu schaffen“, so der Verbandspräsident. Es könne nicht hingenommen werden, dass die Rechte der Versicherten nur mit wachsenden Hürden in Anspruch genommen werden können.

Friedersdorff kritisierte ebenso die Probleme bei den Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte. „Die Menschen werden immer älter, das Geld aus den Sozialkassen muss für immer mehr Pflegebedürftige reichen. Gleichzeitig gibt es deutlich zu wenige Kranken- und Altenpfleger, um ihre Versorgung zu übernehmen. Wenn die Politik nach dem Pflegestellenförderprogramm und den Pflegestärkungsgesetzen die Hände wieder in den Schoß legt, ist dies ein falsches Signal. Eine würdige Pflege bedeutet auch würdige Arbeitsverhältnisse und sach- und fachgerechte Rahmenbedingungen.“

Quelle: Volkssolidarität