Berlin: (hib/PK) Die Fraktion Die Linke fordert die Abschaffung der Zuzahlungen bei Medikamenten. In einem Antrag (18/12090) heißt es, kranke Menschen würden durch Zuzahlungen belastet, dies sei sozial ungerecht, weil Kranke dadurch mehr zur Finanzierung der Krankenversicherung beitragen müssten als Gesunde.

Menschen, deren verfügbares Einkommen gerade ausreiche, um die Kosten für Nahrung und Wohnung zu bestreiten, seien mit Zuzahlungen zu ärztlich verordneten Leistungen finanziell überfordert. Es sei überdies zu befürchten, dass Zuzahlungen die Kosten im Gesundheitssystem insgesamt verteuerten. Hinzu komme der bürokratische Aufwand.

Derzeit dürften ausländische Versandapotheken den Patienten Rabatte auf die Zuzahlungen bei Arzneimitteln gewähren, inländische Apotheken hingegen nicht, wird in dem Antrag weiter argumentiert. Dieser Wettbewerb stelle die Existenz einer flächendeckenden Versorgung mit Präsenzapotheken in Frage. Das Bundesgesundheitsministerium plane daher zurecht ein Versandhandelsverbot.

Damit würden aber gerade jenen Menschen mit geringem Einkommen die Einsparmöglichkeiten durch Rabatte genommen. Die Abschaffung der Zuzahlungen auf Arzneimittel würde in Ergänzung zu einem Versandhandelsverbot alle Patienten finanziell entlasten.

Quelle: Deutscher Bundestag

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27. April 2017