Lebensdauerverkürzung bei Produkten

Berlin: (hib/HAU) Die Absicht von Herstellern, durch eingebaute Mängel für eine kurze Lebensdauer ihrer Produkte zu sorgen (geplante Obsoleszenz) ist laut einer vom Bundesumweltamt in Auftrag gegebenen Studie nicht nachweisbar. Das sagte Ines Oehme, beim Bundesumweltamt für die Bereiche Öko-Design, Umweltkennzeichnung und umweltfreundliche Beschaffung zuständig, am Mittwoch vor dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Die Studie zeige vielmehr, dass Obsoleszenz ein sehr vielschichtiges Phänomen sei, sagte Oehme.

Siddharth Prakash vom Öko-Institut, welches die Studie durchgeführt hat, verwies darauf, dass es unterschiedliche Gründe gebe, warum Verbraucher ihre Elektrogeräte ersetzen. Im Bereich der Haushaltsgroßgeräte, wie etwa bei Waschmaschinen, sei zwar in der Tat zu beobachten, dass der Anteil der Geräte, die in den ersten fünf Jahren kaputtgingen und ersetzt werden mussten seit 2004 stark angestiegen sei. Gestiegen – wenn auch weniger stark – sei aber auch der Anteil an Verbrauchern, die ein neues Gerät kaufen, weil ihnen das alte nicht mehr gefällt obwohl es noch funktionsfähig ist. Bei Flachbildfernsehern sei der Austausch zumeist von einem Wunsch nach Innovation geleitet, was Prakash von einer „psychologischen Obsoleszenz“, sprechen ließ.

Ines Oehme ging auch auf das Problem ein, dass die Reparatur der Geräte in Deutschland teils teurer ist als die Produktion in Billiglohnländern. Dies sei ein nicht vollständig aufzulösendes Dilemma, räumte sie ein. Mit Blick auf die Umweltwirkung betonten Oehme und Prakash sei die langlebige Nutzung von Produkten zumeist von Vorteil, selbst wenn neuere Produkte eine bessere Energieeffizienz hätten.

Die Umweltexperten gingen auch auf Empfehlung der Studie ein. Danach ist unter anderem eine Mindestanforderungen an die Lebensdauer von Produkten oder Komponenten sinnvoll, „insofern Teststandards vorhanden und mit zumutbarem Aufwand prüfbar sind“. Wichtig sei auch, Verschleißteile, Wartungsintervalle und begrenzte Kapazitäten eindeutig zu deklarieren sowie Information zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen zur Verfügung zu stellen.

Eine weitere vom Bundesumweltamt beauftragte Studie mit dem Titel „Stärkung eines nachhaltigen Konsums im Bereich Produktnutzung durch Anpassungen im Zivil- und öffentlichen Recht“ stellte Anett Jacob, beim Bundesumweltamt zuständig für rechtswissenschaftliche Umweltfragen, vor. Eine der darin erhobenen Forderungen laute, von den Herstellern verpflichtende Garantieaussagen hinsichtlich Mindestlebensdauer und Reparaturdienstleistungen zu verlangen, sagte sie. Hersteller könnten dann auch eine Mindestlebensdauer von Null Jahren angeben. Die Verbraucher hätten mit dieser Regelung eine sichere Entscheidungsgrundlage beim Kauf, so die Expertin. Neben Änderungen im Produktsicherheitsrecht sprach sich die Vertreterin des Bundesumweltamtes auch für eine Erweiterung des Verbandsklagerechtes auf Umweltverbände aus.

Quelle: Deutscher Bundestag

Anmerkung Sozialticker …- der nun sich sicher ist, dass die Erde eine Scheibe sein muss, bei so viel „Blödsinn“, was man hier zu lesen bekommt. Zu DDR Zeiten mussten Produkte lange halten, denn es ging um Ressourcenschonung – heute nur noch um DAX, Börsenkurse, Gewinne und Verschwendung. Hersteller, denen nachgewiesen worden ist, dass sie bewusst für eine versteckte Abzocke produzieren, sollten Berufsverbote erhalten und vom Markt gefegt werden. Besonders cool findet der Sozialticker die durch einen Absatz getrennte „Verarschung“ im Text, welche zu einem Urteil gelangt, das schon den Status: „Kracher der Woche“ erlangen dürfte.

Zitat:
“ … der Anteil an Verbrauchern, die ein neues Gerät kaufen, weil ihnen das alte nicht mehr gefällt“ – ist schon der „Kracher der Woche“ und wird auch gleich mit beantwortet: „… dass die Reparatur der Geräte in Deutschland teils teurer ist als die Produktion“.

Richtig erkannt, denn bevor man den Service kommen lässt, schauen die geprellten Kunden ins Internet und bestellen sich lieber eine neue Maschine. Und wem möchte man nun noch weis (WEIß) machen, dass man zwar 25 Jahre zum Mars fliegen kann, aber keine 2 Jahre die Wäsche gewaschen bekommt, wenn man aufs „Schrubberbrett“ verzichten will. Seit 60 Jahren faselt die Tante im Werbefernsehen, dass die Wäsche noch weißer wird als sie bisher je war … und gleichfalls so lange stecken Kartelle sich die Zigarren an.