„Die Rückkehr zu einem lebensstandardsichernden Rentenniveau von 53 Prozent – wie es im Jahr 2000 noch galt – ist dringend geboten. Es wäre problemlos finanzierbar, wenn die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sich endlich wieder paritätisch an der Finanzierung der Alterssicherung beteiligten und hohe Vermögen und Erbschaften gerecht besteuert würden. 33 Euro mehr Rentenbeitrag für durchschnittlich verdienende Beschäftigte und ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wären gut verkraftbar, weil 108 Euro Riesterbeitrag dann entfallen könnten. Und die Standardrentnerin hätte rund 130 Euro mehr“, erklärt Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zu den neuesten Rentenprognosen. Birkwald weiter:

„Die für 2017 angekündigte Rentenerhöhung von 1,5 bis 2 Prozent zeigt deutlich: Der relativ hohe Anstieg in diesem Jahr wird ein einmaliger Ausreißer bleiben, weil die Kürzungsfaktoren in der Rentenformel die Rentnerinnen und Rentner Jahr für Jahr von der Wohlstandsentwicklung unserer Gesellschaft abkoppeln. In konkreten Zahlen: Die Absenkung des Rentenniveaus von 53 auf 48,2 Prozent im kommenden Jahr bedeutet, dass einer Rentnerin, die 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat, Monat für Monat mehr als 130 Euro Rente vorenthalten werden. Gleichzeitig werden die Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr wegen steigender Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung netto weniger in der Tasche haben. Die langfristige Absenkung des Rentenniveaus verschärft damit wesentliche Ursachen für die Altersarmut: Krankheit und Arbeitslosigkeit. Und auch deshalb muss es deutlich angehoben werden.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

10. November 2016