Krankenkasse muss Cannabis genehmigen


Berlin:(hib/PK) – Gesetzliche Krankenkassen können in begründeten Fällen die Kostenerstattung für Cannabismedizin ablehnen. Zur Erstattung der Leistung bedürfe es bei der ersten ärztlichen Verordnung der Genehmigung durch die Krankenkasse, heißt es in der Antwort (18/12232) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (18/11976) der Fraktion Die Linke.

Damit werde dem Ausnahmecharakter der mit dem Cannabisgesetz eingeführten Regelung Rechnung getragen, wonach die Erstattung von Cannabis-Arzneimitteln möglich ist, obwohl für sie „kein genügend hohes Evidenzlevel“ vorliegt, das üblicherweise für die Erstattung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verlangt werde. Die Entscheidung, ob ein Patient mit Cannabis-Arzneimitteln in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten angemessen behandelt werden könne, treffe zuvor ein Arzt. Dieser müsse zu der Überzeugung gelangt sein, dass die Anwendung der Arzneimittel zulässig und geboten sei.

Der Abgabe der Cannabis-Arzneimittel in Apotheken lägen die Preise und Preisspannen der Arzneimittelpreisverordnung zugrunde. Die Kosten für getrocknete Cannabisblüten liegen den Angaben zufolge für Patienten mit einer Ausnahmeerlaubnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei monatlich 540 Euro im Schnitt. Der Apothekenabgabepreis liege im Mittel pro Gramm bei etwa 18 Euro. Die Preisbildung habe sich mit der Gesetzesnovelle nicht geändert.

Quelle: Deutscher Bundestag

12. Mai 2017

5 Kommentare

  1. Es geht wie immer nur ums Geld. Sollen sie die Pflanzen doch anbieten wie im Baumarkt die Tomaten, dann leben nicht nur die Leute länger, sondern auch gesünder. Diese Bevormundungen in einem angeblichen freien Staat, wo nur noch Luftholen umsonst, aber nicht gesundheitsfördernd ist, wurde keinem dieser Möchtegerne ins Mandat gelegt.

    • Cannabispatientin Claudia Russo

      14. Mai 2017 um 8:22

      Die Preise haben sich nicht verändert ? Mit INKRAFTTRETUNG des Gesetztes stiegen meine Medizinkosten von heute auf morgen von 1125 auf 1900 Gramm. Die Situation der Patienten ist schlimmer als zuvor. Man wird bedürftig gemacht. Ich wurde ungewollt berentet und zwangsversozialamtet. Da die Kkasse meine Medizin nicht zahlt machte ich n Kleingewerbe um es selbst zu finanzieren…Ich darf jedoch nicht mal 1 Cent dazuverdienen und wenn mir Jemand Geld zweckgebunden für Medizin überweist gilt es als Einkommen. Da ich kein Einkommen haben darf wirds mir genommen…thats fucking germany….Mittlerweile habe ich 25.000 Euro unverschuldete Schulden…mein Studio musste ich verkaufen um mich irgendwie medizinisch zu versorgen und ich muss die Krankenkasse zudem dafür zahlen das sie mich nicht versorgt. Ich schäme mich..für deutschlands Politiker Politik und der Geldgier die dies antreibt.

  2. Dass sich die Preise nicht ändern, war so vorgesehen, aber nach der Novellierung wurden die Preise sehr wohl erhöht, in meinem Fall von 15€ auf 24€.

    Ein mir bekannter Arzt hat gestern aus eben diesem Grund einen Warn-Hungerstreik angetreten, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Da er belogen wurde, hat er auch, unwissend und unabsichtlich, seine Patienten belogen, als er ihnen sagte, dass sich für die Patientenschaft nichts zu negativen ändert.

    Die Krankenkasse lehnen in Masse zu unrecht die Kostenübernahmen ab, obwohl sie nur in begründeten Ausnahmefälle ablehnen sollte, ist das Gegenteil der Teil.

    Das System bleibt sich mal wieder treu und die Patienten bleiben, von der Öffentlichkeit unbemerkt, auf der Strecke. Denn nach aussen hin gibt man sich ja solidarisch und verbreitet Fake-News.

  3. Und die Preise werden weiter steigen, je legaler es wird, um der derzeitigen Struktur des Schmuggelns ihre Fachkräfte in die dann folgende Beschaffungskriminalität zu stecken und nur dem seine Gesundheit gönnt, der sie sich auch leisten kann. Und wer dies dann wohl sein wird, sieht man ja heute schon.

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