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Knapp 600.000 Arbeitsplätze durch Überstunden vernichtet

Statistik © M. Kinder für Sozialticker e.V.2009 war ein mageres Jahr für die Wirtschaft. Doch eigentlich nein. Die Bankster und das Großkapital wurden bestens vom Staat alimentiert. Die Arbeitnehmer gingen auf Kosten der Arbeitnehmer in Kurzarbeit und so wird das wohl auch noch in 2010 sein. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das die Fehler der Regierung und der Arbeitsagentur immer schön rechnen soll, meldet einen dramatischen Rückgang der Überstunden.

Während im Boomjahr 2001 noch 1,7 Milliarden Überstunden gemacht wurden, waren es 2008 nur noch 1,4 Milliarden und im Jahre 2009 nur noch etwas mehr als eine Milliarde. Bald wird uns wohl der Himmel auf den Kopf fallen. Aber Moment mal. Da war doch mal was mit Überstunden. Die alte Geschichte von Regelarbeitszeit und Mehrarbeit.

In grauen Vorzeiten, als es den real existierenden Sozialismus noch gab, sollte die Regelarbeitszeit 35 Stunden betragen und Überstunden sollte die Ausnahme sein, die nur dann benutzt wurden, wenn es wirklich keine andere Alternative gab. Dabei ging es sowohl um die Gesunderhaltung der Arbeitnehmer, als auch um eine gerechte Verteilung der schon damals knappen Arbeit. Wie auch heute, hatten die Arbeitgeber und das hinter ihnen stehende Großkapital gar kein Interesse an gesunden Arbeitnehmern und einer gerechten Lastenverteilung.

Aber die Angst saß tief bei Managern und Kapital. Konnten die starken Arme der Arbeitnehmer sich doch erdreisten, dem Kapital die geraubten Güter und die Ergebnisse der Ausbeutung wegzunehmen und gar den Sozialismus, wenn nicht den größten Schrecken, den Kommunismus ausrufen. Also wurde verhandelt.

Heute wird nicht mehr verhandelt. Eine gekaufte Politik, zahnlose und häufig auch gekaufte Gewerkschaften und Medien die nur gegen die Arbeitnehmer und Armen stehen, haben jede Vernunft hinweggespült. Arbeitszeit wird verlängert obwohl heute noch weniger Arbeit da ist. Dafür werden dann die beschimpft und ähnlich wie an der Rampe von Auschwitz aussortiert, die keine Arbeit finden. Rassismus über den Besitz den von Arbeit.

Wenn aber in einer Krise wie der Weltwirtschaftskrise noch 1 Milliarde Überstunden geleistet werden müssen, obwohl jede Menge Menschen in Kurzarbeit sind, dann stimmt etwas im System nicht. Eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden und 4 Wochen mal 12 Monate ergibt eine Jahresarbeitszeit von 1680 Wochen. Dabei sind eine Milliarde Überstunden 595.238 Vollzeitjobs.

Natürlich stimmt diese Rechnung nicht ganz. Sie setzt implizit 3,5 Wochen Urlaub und Krankheit etc voraus. Sie setzt auch voraus, dass jede Überstunde durch andere Mitarbeiter übernommen werden kann, was ebenfalls nicht immer geht. Wichtiger ist allerdings der Trend. Wenn selbst in der Weltwirtschaftskrise noch so viele Überstunden anfallen, dann sind sehr viele mögliche Stellen einfach nicht besetzt.

23,5 Millionen Erwerbstätige in Vollzeitbeschäftigung leisteten 2009 offiziell im Schnitt 38,08 Wochenarbeitsstunden. Gegenüber der ursprünglich vereinbarten 35 Stunden Woche, wurden also alleine in diesem Bereich rund 2 Millionen Stellen eingespart. Tatsächlich dürfte unter Berücksichtigung von Kurzarbeit und normalem, nicht angstbedingt niedrigem Krankenstand die Zahl noch größer sein.

Man kann keine Zahlen für die Mehrarbeit der Teilzeit und nebenberuflich Beschäftigen ermitteln. Tatsächlich dürften sich in dem Bereich aber noch einmal rund 1 Million Arbeitsplätze ergeben. Überstunden oder Mehrarbeit sind also die Ursache für Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig ist das Lohnniveau in Deutschland deutlich zu niedrig, was die Kaufkraft der Konsumenten einschränkt und dadurch weitere Arbeitslosigkeit erzeugt.

Dabei gibt es eine ganz einfach Lösung. Die Wochenarbeitszeit muss auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich abgesenkt werden. Ja, das wird einige Arbeitsplätze kosten, aber nur wenige, wenn die Unternehmen die Kosten für die Verlagerung von Betriebsteilen ins Ausland nicht mehr steuerlich geltend machen können und Auslandsverluste grundsätzlich nicht mehr steuerlich wirksam sind.

In der Summe wird es viele Millionen neuer Arbeitsplätze geben, die ihrerseits selbst dafür sorgen, dass weitere Arbeitsplätze entstehen. Natürlich wird es nie wieder eine Vollbeschäftigung geben. Dafür steigt die Produktivität viel zu schnell. Aber die vorhandene Arbeit kann gerechter verteilt und besser bezahlt werden. Das nutzt allen und diejenigen die keine Arbeit finden, sind dann auch nur wenige, die das gesamte System auch nur geringfügig belasten.

Es ist alles nur eine Frage der Gewinnverteilung. Gibt man die Gewinne dem Kapital, verschwinden sie in den internationalen Spielcasinos und das Land und dessen Bewohner haben nichts davon. Gibt man die Gewinne den Arbeitnehmern, so nutzt das dem Land und allen Menschen darin. Die Begrenzung der Kapitalrendite ist also automatisch gut für das Land.

Den Menschen das geben was sie erarbeitet haben und nicht die Bankster und das Großkapital über das Erbrechen hinaus satt füttern.

Quelle und Autor: Jochen Hoff - Duckhome

Startseite - Veröffentlicht am: 12. Februar 2010 um 12:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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2 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Andreas am Freitag, 12.2.2010.

oder man muß 1/2 Stunde pro Tag umsonst arbeiten.
Dank der FDP und Frau Dr. Silvana Koch Mehrin


2. ... Kommentar von Korbacherjunge am Samstag, 13.2.2010.

Arbeit gibst genug , aber die Arbeitgeber wollen keinen gerechten Lohn zahlen. Ausweg ist hier nur der Mindeslohn sonst nichts.


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