So klappt die Suche nach einem Atommüll-Lager nicht


Atomkraftgegner kritisieren Suchverfahren: „Uns ist nicht nach Feiern zumute“.

Zum heute verkündeten Start der Suche nach einem langfristigen Atommüll-Lager erklärt der Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, Jochen Stay:

„Wenn heute in Berlin der Start der Suche nach einem Atommüll-Lager gefeiert wird, werden wir nicht dabei sein. Uns ist nicht nach Feiern zumute. Denn das neue Suchverfahren, das heute offiziell gestartet wird, ist bereits jetzt zum Scheitern verurteilt.

Die frühzeitige Festlegung auf Tiefenlagerung, Formelkompromisse statt tatsächlicher Verständigung bei den geologische Kriterien und vor allem eine völlig unzureichende Mitbestimmung der Betroffenen werden dazu führen, dass dieses Verfahren in einigen Jahren gegen die Wand fährt. Denn damit lassen sich die Sicherheitsbedenken und Zweifel der Anwohnerinnen und Anwohnern potentieller Standorte nicht ausräumen.

Alleine die völlig unrealistische Festlegung auf eine Standortentscheidung bis 2031 wird so viel Zeitdruck in das Verfahren bringen, dass schlampig gearbeitet und leichtfertig entschieden werden muss. Damit eskaliert die Bundesregierung den Konflikt erneut, statt ihn zu überwinden. So klappt die Suche nach einem Atommüll-Lager nicht.

Wer auf das neue Verfahren setzt, wird viel Zeit verlieren, wenn es darum geht, Orte für die langfristige Atommüll-Lagerung zu finden. Denn irgendwann wird dieser Prozess genauso scheitern, wie er schon am Standort Gorleben gescheitert ist. Und dann ist der nächste Neustart vonnöten. Dann ist es besser, das ungeeignete Prozedere jetzt gleich auf den Prüfstand zu stellen und zu revidieren. Nur mit mehr Mitbestimmung der Betroffenen, mit einer Verständigung über die Gorleben-Frage und einer breiten gesellschaftlichen Debatte über die unterschiedlichen Lagermethoden kann der Konflikt überwunden werden.“

Quelle: ausgestrahlt.de

5. September 2017

1 Kommentar

  1. Sozialticker

    5. September 2017 um 18:21

    Endlagersuche startet mit Hypothek

    „Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll in Deutschland bleibt mit einer schweren Hypothek belastet: Gegen jede Vernunft halten Bundesregierung und Atomkonzerne an Gorleben als möglichem Endlagerstandort fest“, erklärt Hubertus Zdebel, Sprecher der Fraktion DIE LINKE für den Atomausstieg, zum heutigen offiziellen Start der Endlagersuche. Zdebel weiter:

    „Mehr als 40 Jahre nach dem Einstieg in die Atomenergie beginnt heute der Neustart bei der Suche nach einem dauerhaften Atommülllager für hoch radioaktiven Abfall. Das macht deutlich, wie unverantwortlich die Nutzung der Atomenergie war und ist. Noch über Jahrzehnte muss der gefährliche Atommüll oberirdisch zwischengelagert werden, weil Atomkonzerne und Bundesregierungen viel zu lange an dem völlig ungeeigneten Standort Gorleben festgehalten haben und immer noch festhalten. Es erschwert den Neustart der Endlagersuche ungeheuer, dass Gorleben weiter im Verfahren bleibt.

    Kritik von links am Verfahren ist ausdrücklich nicht erwünscht. Zur heutigen Auftaktveranstaltung der neuen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sind nur drei der vier Berichterstatter des Bundestages eingeladen. Obwohl ich für die DIE LINKE in der Atommüll-Kommission mitgearbeitet habe und Mitglied im Aufsichtsrat der BGE bin, wurde ich nicht als ‚Impulsgeber‘ geladen. Der Grund ist klar: DIE LINKE hat bei der Umsetzung der Kommissionsbeschlüsse im Standortauswahlgesetz mehr Beteiligungsrechte für die Bürger sowie den Ausschluss von Gorleben gefordert und am Ende gegen das Gesetz gestimmt. Deutlicher kann sich eine zu 100 Prozent staatliche Gesellschaft im Wahlkampf wohl kaum positionieren.“

    Quelle: Fraktion DIE LINKE

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