Klage wegen mangelhaftem Traktor

Ältere Traktoren erfreuen sich insbesondere in entsprechenden Sammlerkreisen großer Beliebtheit – und manchmal kommt es zum Streit über den Zustand derartiger Traktoren. Die 4. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt am Donnerstag, den 21.12.2017, um 11:00 Uhr in Saal 9 über eine Klage wegen Rückabwicklung eines Kaufvertrages über einen solchen Traktor, Az. 4 O 1603/17.

Im Dezember 2016 kaufte der in Baden-Württemberg wohnhafte Kläger einen Traktor Deutz 100.06 von dem Beklagten, der einen Landtechnikbetrieb in Emsbüren betreibt. Es wurde ein Kaufpreis von 11.500,- € vereinbart. Der Beklagte verpflichtete sich dabei, vor Übergabe des Traktors verschiedene Arbeiten an diesem vorzunehmen, u.a. sollte die Fahrzeugelektrik überarbeitet werden, die Reifen sollten gewechselt werden und die zu tief hängenden Kotflügel sollten hochgesetzt werden. Der Kläger leistete eine Anzahlung in Höhe von 11.000,- € und beauftragte eine Spedition mit der Abholung des Traktors. Als der Traktor am 06.03.2017 zum Kläger nach Tiefenbronn geliefert wurde, monierte der Kläger, dass die vereinbarten Arbeiten nicht durchgeführt worden seien; außerdem habe er weitere Mängel (Leckagen an der Hydraulik und den Vorderachsen, Lösen der Kardanwelle) festgestellt. Der Beklagte ließ den Schlepper darauf hin wieder abholen.

Der Kläger hat am 19.05.2017 den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt und fordert nun die geleistete Anzahlung nebst den Speditionskosten zurück. Der Beklagte habe trotz mehrfacher Fristsetzung den Traktor nicht repariert.

Der Beklagte weist die geltend gemachten Ansprüche zurück. Bei dem Traktor handele es sich um einen Oldtimer. Wegen des Alters des Traktors habe die Beschaffung der Ersatzteile längere Zeit in Anspruch genommen. Die von dem Kläger gesetzten Fristen hätten deswegen nicht eingehalten werden können. Dies habe der Kläger auch gewusst, weil die Parteien während der gesamten Zeit in Verhandlungen gestanden hätten. Der Traktor sei nunmehr mangelfrei und stehe zur Abholung bereit.

Der zuständige Richter hat für den Verhandlungstermin das persönliche Erscheinen der Parteien angeordnet. Außerdem soll ein Zeuge zu den Absprachen der Parteien zur Nachbesserung vernommen werden. Mit einem Urteil ist am Donnerstag noch nicht zu rechnen.

Quelle: Landgericht Osnabrück

19. Dezember 2017

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