Kinderrechte ins Grundgesetz
Kinderrechte ins Grundgesetz - oder ganz einfach Kinderbarometer 2007 lesen?
Nicht nur - die durch die anhaltend niedrige Geburtenrate - bedrohte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, sondern natürlich auch das “Wohl der Kinder” sind der Politik ein ganz besonderes Anliegen. Deshalb gab es z.B. bislang keine einzige bundesweite Studie des einschlägigen Ministeriums, das die Kinder selbst nach ihrem persönlichen Wohlbefinden und Lebensgefühl befragt hätte. Glücklicherweise existiert eine Bausparkasse, die mit ihrem ersten bundesdeutschen Kinderbarometer diese Lücke nun schließt.
Das Hauptergebnis: Jedes vierte Kind in Deutschland im Alter zwischen 9- bis 14 Jahren fühlt sich laut dem LBS-Kinderbarometer 2007 häufig krank, ernährt sich schlecht und treibt wenig Sport. Als besonderer Belastungsfaktor stellt sich - nicht ganz überraschend - die Schule heraus. Wobei gerade die deutschen PISA-Spitzenreiter, Bayern und Sachsen, besonders negativ auffallen. (Ganz im Gegensatz zu Baden-Württemberg, das bildungsmäßig auch zur internationalen Spitzengruppe gehört. [HBF 2007]).
Auch bei den Kinderrechten, die verletzt werden, ist der politisch zu verantwortende Anteil herausragend. Um hier für Abhilfe zu sorgen, bedarf es wohl kaum der politischen Unterstützung für die Kampagne “Kinderrechte ins Grundgesetz” (vgl. HBF 20.09.07), sondern der schlichten Wahrnehmung von Verantwortung im Hier und Jetzt (vgl. auch die einschlägige HBF-Rubrik, HPL).
Bemerkenswert am LBS Kinderbarometer 2007 sind auch die unübersehbaren ideologischen Reflexe der Bundesfamilienministerin auf die Umfrageergebnisse. So gaben lediglich 9 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, sich in ihren Familien nicht wohlzufühlen - und zwar unabhängig davon, ob die Eltern reich oder arm, erwerbstätig oder erwerbslos sind, deutschstämmig oder einen Migrationshintergrund haben. Trotz dieses überragenden Stellenwertes der Eltern fällt Frau von der Leyen z.B. bei der Frage gesunden Ernährungsverhaltens vor allem ein, die Vorbildfunktion von Erzieherinnen und Lehrern für die Kinder zu stärken. Die Eltern rangieren bezeichnenderweise erst an dritter Stelle.
Quelle: Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit
Zurück zur Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein am: Freitag, 28. September 2007 - Haftungsausschluss ![]() |
Druckversion:
|




