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Kinderfreundlichkeit fördern statt Kinderlose bestrafen

“Wir brauchen mehr Kinderfreundlichkeit statt Strafen für Kinderlose”, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am Mittwoch. Er reagierte damit auf den Vorschlag von jungen Abgeordneten aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von Kinderlosen eine Zahlung in Höhe von ein Prozent des Einkommens zur Finanzierung der sozialen Sicherungssystem zu erheben. „Die Volkssolidarität lehnt solche absurden Vorschläge ab.“

Winkler sprach sich stattdessen für mehr Kinderfreundlichkeit aus, da trotz hoher gesellschaftliche r Aufwendungen für Familien erhebliche Defizite in der Familienpolitik zu verzeichnen seien. “Das fängt bei den immer noch unzureichenden Betreuungsmöglichkeiten in Kitas und Schulen an, geht über Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe bis hin zur Schließung von Freizeiteinrichtungen. Hier muss die Politik und die Gesellschaft gegensteuern. Vor allem brauchen junge Familien Sicherheit, damit ihre Kinder unter guten Bedingungen aufwachsen können. Für viele junge Menschen sind aber gerade niedrige Verdienste, nur befristete Arbeitsverträge, Arbeitslosigkeit oder mangelnde Berufsperspektiven gewichtige Gründe, um auf Kinder zu verzichten. Im Übrigen sollte niemand dafür bestraft werden, sich aus welchen Gründen auch immer für eine bestimmte Lebensform zu entscheiden. Solche Entscheidungen sollten respektiert und nicht bestraft werden.”

Winkler bezeichnete es als “unsinnig”, die soziale Sicherung über Strafzahlungen für Kinderlose besser zu finanzieren. Zu Recht habe die Bundeskanzlerin diesen Vorschlag zurückgewiesen. Er sprach sich dafür aus, die Besteuerung von Einkommen und Vermögen gerechter zu gestalten. “Es ist an der Zeit, große Vermögen, Spitzenverdiener und große Erbschaften stärker zu besteuern. Über diesen Weg müssen zusätzliche Ressourcen erschlossen werden, damit die Gesellschaft kinderfreundlicher werden kann und alle Kinder gleiche Entwicklungschancen erhalten.”

Quelle: Volkssolidarität

Startseite - Veröffentlicht am: 16. Februar 2012 um 11:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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