Kinderexistenzminimum muss sich an Realität orientieren
Deutscher Caritasverband fordert stärkere Bekämpfung der Kinderarmut
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat den vorliegenden 7. Existenzminimumbericht der Bundesregierung als realitätsfern bezeichnet. „Es entsteht der Eindruck, dass die Höhe des Existenzminimums klein gerechnet wurde“, so Caritas-Präsident Peter Neher. Daher spricht sich der DCV wie andere katholische Verbände für eine stärkere Anhebung des steuerlichen Existenzminimums aus als von der Bundesregierung vorgesehen.
“Es muss aber allen klar sein, dass arme Kinder durch eine Anhebung des steuerlichen Existenzminimums keinen Cent mehr bekommen. Arbeitslosengeld II-Empfänger profitieren weder von einem höheren Steuerfreibetrag noch von einem höheren Kindergeld”, so Neher. Er kritisiert, dass die Berechnungen der Bundesregierung auf sachlich falschen Kinderregelsätzen aufbauen.
Der Deutsche Caritasverband hat im Oktober ein Konzept zur Vermeidung von Kinderarmut vorgelegt und festgestellt, dass die Höhe der derzeitigen Kinderregelsätze zu niedrig bemessen ist. Sie müssten schon heute um durchschnittlich 46 Euro erhöht werden. Dies eingerechnet müsste das Existenzminimum von Kindern unter Einbeziehung des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung mindestens 6.632 Euro pro Jahr betragen. Das sind 608 Euro mehr als der jetzt vorgelegte Existenzminimumbericht ausweist. Von der Neuberechnung der Kinderregelsätze würden auch arme Familien profitieren, die den Steuerfreibetrag nicht geltend machen können.
Hier finden Sie das Konzept des Deutschen Caritasverbandes zur Bekämpfung von Kinderarmut
Quelle: Deutscher Caritasverband
Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein am: 24. November 2008 um 12:01 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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