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Donnerstag, der 28. August 2008 Tip  Ihre Pressemitteilung / News einreichen   English  English flag    French  French flag

 

Keine Kürzung von Hartz IV bei Krankenhausaufenthalt

Gegen Pläne der Bundesregierung, die Praxis der Kürzung von Hartz-IV-Leistungen – jenseits von Bagatellgrenzen – bei stationärem Aufenthalten im Krankenhaus in einer Verordnung festzuschreiben, kündigt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Oskar Lafontaine, massiven Widerstand an. Ein entsprechender Antrag wird am Donnerstag im Bundestag beraten:

Das Vorhaben der Bundesregierung ist eine Ungeheuerlichkeit. Man kann Menschen, die ihr Leben am Existenzminimum fristen, nicht auch noch dafür bestrafen, dass sie krank werden. Die Begründung der Bundesregierung, bei einem Klinikaufenthalt erhielten die Betroffenen kostenlose Mahlzeiten und könnten deshalb auf die im Regelsatz enthaltenen Gelder für Nahrungsmittel verzichten, ist zynisch und menschenverachtend. Es liegen bereits mehrere Gerichtsurteile vor, die dieses Verfahren als rechtwidrig einstufen, denn der Regelsatz ist eine Pauschalleistung.

Mindestens genauso skandalös und anmaßend ist die Ignoranz des zuständigen Arbeitsministeriums unter der Leitung von Neu-Minister Olaf Scholz gegenüber Beschlüssen des Deutschen Bundestages.

Denn für eine Kürzung der Regelleistung bei Krankenhausaufenthalten gibt es keine gesetzliche Ermächtigungsgrundlage. Dies hat der Petitionssausschuss des Deutschen Bundestages ausdrücklich bestätigt und die Abstellung der Kürzung dem Arbeitsministerium zur Erwägung überwiesen. Das Plenum des Bundestages hat diese Vorgehensweise einstimmig bestätigt. Das Kabinett hat jedoch am Mittwoch eine gegenteilige Verordnung beschlossen und das Arbeitsministerium macht anscheinend seine eigenen Gesetze.

Quelle: DIE LINKE. im Bundestag

Hinweis des Sozialtickers: Mit Urteil vom 03.12.2007 hat das SG Leipzig festgestellt, dass es eine gesetzliche Regelung zur Absenkung der Regelleistung im SGB II nicht gibt .

Zurück zur Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock   am: Samstag, 8. Dezember 2007 - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen
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