Kanzleramt: Schmutzige Bilanz auf weißem Papier
Anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf unsere kleine Anfrage zur Entwicklung des Papierverbrauchs von Kanzleramt und Ministerien (Drucksache 16/7643), erklärt Sylvia Kotting-Uhl, umweltpolitische Sprecherin:
Der Papierverbrauch ist ein Indikator für die Ernsthaftigkeit der eigenen Bemühungen beim Ressourcen- und Umweltschutz. Da stimmt es nicht gerade hoffnungsfroh, dass in weiten Teilen der Bundesregierung offenbar nicht mal ein Hauch an Sensibilität für dieses Thema vorhanden ist. Die Krone der Ignoranz beim Thema Papierverbrauch setzt sich dabei die Kanzlerin selbst auf: Nicht nur, dass aus ihren Zahlen keine Anstrengung zur Verbrauchseinsparung ersichtlich sind. Blamabel ist für die ehemalige Umweltministerin vor allem, dass im Kanzleramt der Anteil an Recyclingpapier auf null Prozent zurückgefahren wurde.
Ganz schlecht präsentiert sich auch das Innenministerium. Dort hat Innenminister Schäuble gegenüber den rot-grünen Zeiten nicht nur den Verbrauch deutlich gesteigert, er setzt in seinen Büros zudem nicht einmal drei Prozent Recycling-Papier ein.
Die schlechtesten Verbrauchszahlen pro Beschäftigten vermeldet das Bundesfinanzministerium. Pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter wird hier zehnmal soviel Papier verbraucht wie beispielsweise im Bildungsministerium.
Lob verdient nach den jetzt vorgelegten Daten demgegenüber das Umweltministerium. Dort ging seit dem 2004 vollendeten Öko-Audit sowohl die Menge des verbrauchten Büro- als auch des Hygienepapiers absolut und pro Kopf kontinuierlich zurück. Das Ministerium benutzt zudem in beiden Sparten zu 100 Prozent Recyclingpapier.
Wacker halten sich beim Einsatz von Recycling-Papier die Häuser von Außenminister Steinmeier, Justizministerin Zypries, Arbeitsminister Scholz und erfreulicherweise selbst von Wirtschaftsminister Glos. Diese Ministerien können Recyclingpapier-Anteile von über 90 Prozent vorweisen.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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