Jobs unterhalb der Qualifikation erleichtern Arbeitslosen zwar den Zugang zum Arbeitsmarkt – allerdings erweisen sie sich regelmäßig als berufliche Sackgasse

Historiker, die Taxi fahren, zugewanderte Ärztinnen mit Minijobs, Facharbeiter in Hilfstätigkeiten: Dass Beschäftigte sich unter ihrem Niveau verdingen, ist keine Seltenheit. Die Nachteile inadäquater Beschäftigung sind hinreichend dokumentiert. Studien hätten gezeigt, dass die Betroffenen mit niedrigeren Löhnen auskommen müssen, sich seltener weiterbilden und weniger zufrieden mit ihrer beruflichen Tätigkeit sind, so Jonas Voßemer und Bettina Schuck von den Universitäten Bamberg und Heidelberg. Ungeklärt sei allerdings, wie sich die Situation für Arbeitslose darstellt: Ist ein unterwertiger Arbeitsplatz in jedem Fall besser als gar keiner?

Oder lohnt es sich, auf ein passendes Angebot zu warten? Die Soziologen sind dieser Frage empirisch nachgegangen. Ihre Antwort fällt zweischneidig aus: Einerseits erhöht es die langfristigen Beschäftigungschancen, wenn Arbeitslose einen Job unter ihrer Qualifikation akzeptieren. Andererseits verschlechtern sich die Aussichten auf eine angemessene Stelle.

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Quelle und vollständiger Artikel: Hans Böckler Stiftung

Ein Gedanke zu „Jobs unterhalb der Qualifikation erleichtern Arbeitslosen zwar den Zugang zum Arbeitsmarkt – allerdings erweisen sie sich regelmäßig als berufliche Sackgasse“

  1. Es gibt zwei Kriterien, die für den erfolgreichen Start ins Berufsleben entscheidend sind: Zum einen ist’s das Alter und zum anderen die gewählte Ausbildung. Akademiker mit humanistischer Ausbildung, Historiker, Politologen, Sozialwissenschaftler, auch Juristen haben es in der Regel schwer. Klappt der Einstieg nicht sofort, ist die Aufnahme unterqualifizierter Tätigkeiten nahezu Pflicht. Weiterbildungen sind wegen des fortschreitenden Alters nicht zu empfehlen und führen meiner Meinung in die Sackgasse.

    Die mathem-naturw. Absolventen, wie Mathematiker, Ingenieure, Informatiker, auch Ärzte, sind hingegen privilegiert. Sie haben es viel leichter. Sie sind flexibler einsetzbar und können sich auch ins Ausland orientieren. Fremdsprachenkenntnisse, mindestens Englisch, sind Pflicht. Klappt der berufliche Einstieg nicht sofort, würde ich einer Weiterbildung den Vorzug vor einer unterqualifizierten Tätigkeit einräumen.

    Handwerkliche Berufe sind heute gegenüber den Dienstleistern unterprivilegiert. Da sollte sich in der Zukunft wohl ein Wandel vollziehen. Es ist für den Normalverbraucher ebenso wie für die Umwelt unerträglich geworden, dass immer mehr technisch verbesserte Geräte angeschafft werden, die aber bei der kleinsten Fehlfunktion neu ersetzt werden müssen, weil kein solider Handwerker mehr zu finden ist… und die Reparatur dann teurer kommt als die Neuanschaffung dieses Gerätes.

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