Ist das Volk zu dumm für Volksentscheide?

Der Pulverdampf auf dem Schlachtfeld EU hat sich noch nicht gelichtet. Die Fahnenflucht der Briten hat eine Lücke in die Front gerissen, die nicht geschlossen werden kann, weil die Befehlshaber im Hauptquartier die Deserteure unbedingt zurückzwingen wollen, während die Kommandeure an der Front krampfhaft und unkoordiniert versuchen, den verlorenen Frontabschnitt mit eigenen Verbänden zu besetzen und zu halten.

Dieses Getümmel zu kommentieren ist sinnlos. Erst wenn sich sowohl die Briten als auch die Resteuropäer neu positioniert haben werden, und mit gefestigten Absichten aufeinander zu gehen, wird eine sinnvolle Beschäftigung mit der Thematik wieder möglich sein.

Daher wird auch dieser Paukenschlag, wie die vorhergehenden, ein sehr viel grundsätzlicheres Thema behandeln. Ist das Volk zu doof für Volksentscheide? Diese Frage stellte die Tageszeitung „Die Welt“ nach der Brexit-Abstimmung und hat bemerkenswert differenziert versucht, darauf Antworten zu geben. Allerdings hat gerade die Lektüre dieses Artikels bei mir das Gefühl einer argumentativen Lücke, bzw. einer falschen Fragestellung zurückgelassen. Ich versuche daher, dass Thema noch einmal aus einem anderen Blickwinkel aufzurollen und formuliere die Frage im Respekt für das Volk geringfügig um: Ist das Volk zu dumm für Volksentscheide?

Eine objektive Antwort auf diese – im Grunde rhetorische – Frage zu finden, ist nicht einfach.

Quelle und vollständiger Artikel: Egon W. Kreutzer

2 Gedanken zu „Ist das Volk zu dumm für Volksentscheide?“

  1. Das ist ein zweischneidiges Schwert. Ein Volksentscheid bezüglich Hartz IV sähe wohl so dass dass die faule Bande malochen soll bis zum Umfallen und dafür gibt es als Lohnersatz Wasser & Brot. Ginge es um die Höhe der Steuern wären dann gern 0,00€ und dazu 25000€ Kindergeld angesagt, dies aber nur für die selbsternannten Leistungsträger und Eliten usw. Ich denke das wird nichts.

    Aber gar nix wird draus wenn sich Herrenmenschen untereinander aufbretzeln als wüssten sie alles, könnten sie alles, wären die einzig weisen, sind selbstlos wie Diogenes in seiner Tonne, sind gerechter als Salomon usw. und ALLE, wirklich ALLE anderen Bürger sind durchweg zu blöd ein Loch in den Schnee zu pinkeln. Solches Pack brauchen wir ganz sicher nicht….. es sei denn wir wollten den bisherigen „Erfolgsweg“ weiter gehen, den Weg wo EINIGE schon Milliarden gerafft haben und die Masse kaum weiß wo sie den nächsten Tag wieder was abzwacken kann um die Gierlappen noch weiter zu mästen.

    Sinnvoll erschiene es mir da einen Mittelweg zu finden, etwa Gremien die ausgewogen besetzt werden und nicht wieder nur mit Eliten und Lobbyistengeschmeiß gespickt, die vom Leben normaler Bürger so viel kennen wie ne Kuh vom Eier legen.
    Eines würde ich denen dazu auf die Stirn brennen wollen, Menschen (und deren Lebensumstände) sind KEINE Sachen über die es sachlich zu entscheiden gäbe. Es muss nämlich endgültig damit Schluss sein dass z.b. JEDER Cent für soziales angeblich zu viel ist und über Monate totgequatscht wird während 100Mrd. für die Bankster und deren Pfründe ebenso einfach durchgewunken werden wie weitere Steuern und Abgaben NUR für die erhöht werden die kaum was haben.

    … es gilt bei uns einen Sumpf trocken zu legen. Wir fragen nicht nur die Frösche, bei uns entscheiden das die Frösche – zumindest ist das gequarke genau so Dumm wie es aus dem Sumpf tönt, etwa wenn es um Steuergerechtigkeit oder soziale Mindeststandarts geht.

Kommentare sind geschlossen.