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Investitionen in Bildung, Mobilität und Kinderbetreuung

Mehr Mittel für EU-Programme zur Jugendmobilität, die EU-weite Anerkennung von Qualifikationen sowie Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung für alle fordert das Europäische Parlament in zwei am Donnerstag angenommenen Entschließungen.

“Sogar in Zeiten der Wirtschaftskrise sollte die Finanzierung von Jugendprogrammen und Bildung als eine Investition in die Zukunft Europas angesehen werden”, heißt es in der von Milan Zver (EVP) vorgelegten und am Donnerstag per Handzeichen angenommenen Entschließung.

Die Abgeordneten begrüßen die Initiative der Kommission “Jugend in Bewegung”. Ferner unterstützen sie das EU-Ziel, dass mindestens 40 % der jungen Menschen einen Hochschul- oder Fachabschluss erreichen. Sie ermutigen die Mitgliedstaaten, mindestens 2% ihres BIP in Hochschulbildung zu investieren. Das Parlament fordert ferner einen stärkeren Dialog mit Jugendorganisationen und mehr Beteiligung von Jugendlichen an Entscheidungsprozessen.

Mehr Anstrengungen zur Förderung von Mobilität nötig

Mittel für Mobilität und Jugendprogramme wie Lebenslanges Lernen (Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius, Grundtvig), Marie Curie, Erasmus Mundus und Jugend in Aktion müssen ab 2013 erhöht werden, so die Abgeordneten.

Programme für Mobilität dürfen zudem nicht nur auf Studenten beschränkt sein. Berufsschüler, Lehrer und Jugendarbeiter sollten auch daran teilnehmen können.

Das Parlament spricht sich auch dafür aus, dass Kinder zwei Fremdsprachen, einschließlich die der Nachbarsländer, in frühen Lebens- bzw. Bildungsphasen lernen sollten. Eine weitere Forderung der Abgeordneten ist die EU-weite Anerkennung von Bildungsabschlüssen und beruflichen Qualifikationen.

Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden und Absolventen

Die Abgeordneten sprechen sich dafür aus, die Zusammenarbeit von Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und dem Privatsektor zu unterstützen und auszubauen, um Universitätslehrpläne an Marktbedürfnisse anzugleichen. Sie befürworten auch eine Modernisierung der beruflichen Bildung.

Jedoch sollte Hochschulbildung nicht nur die Beschäftigungsfähigkeit sicherstellen, sondern auch “die Kreativität und Innovationsfähigkeit der jungen Menschen fördern und einen Beitrag zu ihrer intellektuellen und sozialen Entwicklung leisten”, so die Abgeordneten.

Bekämpfung von Diskriminierungen und Ungleichheiten

Das Parlament fordert mehr Unterstützung für junge Menschen mit Behinderung, junge Eltern und für Bildungsrückkehrer. Das Parlament stellt fest, dass das Berufswahlverhalten nach wie vor auf geschlechterspezifischen Entscheidungen beruht und dies zu Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beiträgt.

Anstrengungen müssen unternommen werden, um Mädchen bereits früh insbesondere für den Unterricht in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und für Bereiche zu interessieren, die von strategischer Bedeutung für die berufliche Entwicklung sind. Jungen hingegen sollten für erzieherische, pflegerische und soziale Berufe interessiert werden, so das Parlament in seiner Resolution.

Universeller Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung

In einer weiteren Entschließung, vorgelegt von Mary Honeyball (S&D) und mit 506 Ja-Stimmen gegen 27 Nein-Stimmen und 55 Enthaltungen angenommen, fordert das Europäische Parlament “die Entwicklung eines europäischen Rahmens für frühkindliche Förderungs- und Betreuungseinrichtungen”.

Idealerweise sollten jedoch alle Eltern und Kinder, unabhängig von ihrem Hintergrund oder ihren finanziellen Verhältnissen, Zugang zum selben frühkindlichen Förderung- und Betreuungsangebot haben, so die Abgeordneten. Sie fordern zudem die Mitgliedstaaten auf, ein obligatorisches Kindergartenjahr einzuführen und für mehr Beratungsmöglichkeiten für Eltern, zu Hause und in Kinderkrippen zu sorgen.

Ferner werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die beruflichen Qualifikationen des Personals, verantwortlich für frühkindliche Bildung und Betreuung anzuerkennen und die Zahl der Männer in diesem Bereich zu steigern. Dem im Bereich der frühkindlichen Förderung und Betreuung qualifizierten Personal sollte ein Gehalt gezahlt werden, das im Idealfall dem von Grundschullehrern entspricht, betonen die EU-Abgeordneten.

Quelle: Europäisches Parlament

Startseite - Veröffentlicht am: 18. Mai 2011 um 11:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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