International studieren: Barrierefrei statt soziale Hürden
Heute hat das Deutsche Studentenwerk (DSW) die Sonderauswertung “Internationalisierung des Studiums” der 18. Sozialerhebung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden präsentiert. Dazu erklärt Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher:
Die Situation ausländischer Studierender an den Hochschulen in Deutschland ist beschämend: Fast die Hälfte der Studierenden mit Migrationshintergrund brechen Studium und Aufenthalt vorzeitig ab. Viele sprechen zum Ende ihres Aufenthalts schlechter deutsch als zu Beginn. Hier sind Politik, Hochschulen, deutsche und ausländische Studierende dringend gefragt.
Vor allem finanzielle Hürden verhindern ein zügiges und erfolgreiches Studium für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Die Bundesregierung hat unsere Forderungen für eine Ausweitung des BAföG für ausländische Studierende und eine Erleichterung der Zuverdienstregeln abgeblockt. Die schwarz-gelben Studiengebühren schaden ausländischen Studierenden noch mehr als deutschen: Eine Studentin aus Kamerun hat weder reiche Eltern, die die Campus-Maut übernehmen, noch darf sie einen staatlichen Studienkredit aufnehmen.
Ein erfolgreiches Studium scheitert oft an fehlendem Durchblick im deutschen Hochschuldickicht. Wir brauchen mehr Transparenz und Unterstützung – besonders zum Studienstart. Die vorbildlichen Studienkollegs in NRW wurden jedoch von der schwarz-gelben Landesregierung gerade abgeschafft.
Auch der Mobilität von deutschen Studierenden ins Ausland stehen soziale Hürden entgegen. Wer ein Auslandsstudium macht und wer nicht, hängt stark vom soziokulturellen Hintergrund ab. Um allen Studierenden mindestens ein Auslandssemester zu ermöglichen, muss es Bestandteil der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge werden. Außerdem muss der BAföG-Anspruch auf Studienaufenthalte in allen Staaten des Bologna-Raums ausgedehnt werden.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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