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In Sachen Kinderarmut sind wir noch kein Stück weitergekommen

Heide-Rose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerks, mit einer Zwischenbilanz zum Aktionsplan:

“In Sachen Kinderrechte ins Grundgesetz sind wir noch am kämpfen. Da wissen wir noch nicht, ob es uns gelingt, das tatsächlich durchzusetzen. In Fragen der Beteiligung sind noch viele Dinge auch auf kommunaler Ebene zu realisieren, aber vor allen Dingen auch der Anstoß durch die Bundesregierung muss hier noch stärker erfolgen. Und in Sachen Kinderarmut kann ich Ihnen nur sagen: Wir haben in der letzten Zeit gerade die Zahlen noch einmal berechnet. Es sind fast drei Millionen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in Kinderarmut in Deutschland. Und da kann ich nur sagen, da sind wir noch kein Stück weitergekommen.”

Zu den Erwartungen des Deutschen Kinderhilfswerks an den Aktionsplan:

“Uns liegt besonders am Herzen, dass drei Fragen beantwortet werden. Erstens die Frage: Wie will denn die Bundesregierung konsequent die UN-Kinderrechtskonventionen umsetzten? Das beinhaltet beispielweise auch die Rücknahme der Vorbehalte und Kinderrechte ins Grundgesetz. Zweitens die Frage: Wie soll das Recht des Kindes auf Beteiligung verwirklicht werden? Und drittens die Frage: Was gibt es für Ansätze, um die Kinderarmut in Deutschland gravierend zu beseitigen?”

Zur Frage, ob Hartz IV die Kinderarmut verschlimmert habe:

“Das kann man so sagen. Vor allen Dingen merken wir in unserem Kindernothilfe-Fonds, dass die Anträge auf Einmalleistungen weggefallen sind. Da wenden sich ganz viele verzweifelte Eltern an uns und fragen nach, ob sie hier nicht vom Deutschen Kinderhilfswerk einen Zuschuss bekommen können.”

Zur Frage, ob die Gelder, die für Kinder an die finanziell schwächeren Familien gegeben werden, ausreichen:

“Wir wissen, dass diese Leistungen auf keinen Fall ausreichend sind. (…) Sie wissen selber, wie man mit 211 Euro im Monat auskommen muss, um davon die täglichen Dinge des Lebens zu bewerkstelligen. (…) Das reicht bei weitem nicht aus. Aber es ist nicht nur das Geld, es sind auch Dinge, die rundherum als Transfer-Leistungen sichergestellt werden, um eine Grundsicherung der Kinder zu bekommen.”

Kontext:

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) stellt heute einen Zwischenbericht zum nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland vor. Darin hatte sich die Bundesregierung verpflichtet, die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen in Deutschland bis 2010 zu verbessern. Der Aktionsplan geht auf den zweiten Weltkinderkindergipfel 2002 in New York zurück.

Quelle: N-TV

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