In einer Stunde vom Koch zum Gärtner ?!
Man gehe einfach dieser Tage zu einer ARGE in Deutschland. Dort wurde am vergangenen Wochenende erst eine neue Software auf die PC`s aufgespielt. Nun kommt noch der Erwerbslose hinzu, und es wird von ihm durch den ARGE-Mitarbeiter ein „Profiling“ ( Profil des Erwerbslosen ) erstellt. Das muss gründlich geschehen, denn schließlich soll der Erwerbslose mit seinem Profil bei entsprechender Suchanfrage von Firmen auch vom richtigen Arbeitgeber gefunden werden. Der ARGE-Mitarbeiter liest nun also aus seinem PC sämtliche „Schlagwörter“ von
- A ( wie Anpassungsfähigkeit ),
- B ( wie Bereitwilligkeit ), …
- E ( wie Einsatzfähigkeit ),
- F ( wie Flexibilität ), …
- L ( wie Lernfähigkeit ),
- M ( wie Motivation und auch Mobilität ), …
- P ( wie Pünktlichkeit ), …
- T ( wie Teamfähigkeit ) u.s.w. bis schließlich
- Z ( wie Zielstrebigkeit ) vor.
Sorry, wenn man nicht mehr alle Wörter zusammen bekommt, aber bei einmaligem flotten Hören, kann man sich nicht alle behalten. Außerdem war es nie notwendig, über diese Dinge nachzudenken, weil sie für jeden von uns einfach selbstverständlich sind.
Na, jedenfalls werden dem Erwerbslosen diese „Schlagwörter“ vom ARGE-Mitarbeiter vorgetragen, und der Erwerbslose bejaht diese ( entspricht dem Vorhandensein in seiner Person ) oder verneint diese ( entspricht dem Nichtvorhandensein in seiner Person ). Anschließend wird noch der erlernte Beruf des Erwerbslosen in den ARGE-PC eingegeben und wenn machbar, noch 2 Berufe oder Tätigkeitsfelder, die der Erwerbslose in irgendeiner Weise arbeitsmäßig abdecken könnte. Dies erhöht die Trefferquote, sprich Chance, einen Job zu finden bzw. dass der Erwerbslose von einem Arbeitgeber als „ansprechend“ empfunden wird.
Auch gibt der Erwerbslose seine sämtlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und sonstigen Kenntnisse an. Dabei soll er selbst auch noch einschätzen, ob er diese Dinge jeweils entweder: - weniger gut - gut - sehr gut „beherrscht“. Nun mal ehrlich. Wer sagt denn da schon „weniger gut“ und stellt sich unter den Scheffel? Und wer sagt von sich aus schon „sehr gut“ und lobt sich somit selbst, bzw. stellt sich als nahezu perfekt hin? Also werden die meisten Erwerbslosen wohl den Mittelweg, sprich „gut“, wählen.
Daran kann und wird wohl nichts falsch sein.
Auch meint der ARGE-Mitarbeiter, dass es schon so lange her ist, seit man seinen Beruf erlernt hat. Ob man wohl seinen Beruf „auffrischen“ müsste oder gar einen neuen erlernen sollte? Aber ach, ein Beruf geht doch nicht verloren!!! Und das mit der Zeit „Vergessene“ hat man doch schon in etlichen Umschulungen und Trainingsmaßnahmen aufgefrischt. Man hat also die Auffrischung(en) von der Auffrischung längst aufgefrischt, bloß ein Job ist deswegen immer noch nicht da.
Soweit sogut.
Nach reichlich 1 Stunde Befragung durch den netten ARGE-Mitarbeiter ist nun alles irgendwie Mögliche im ARGE-PC „drin“! Jetzt kommt der spannende Teil. Der ARGE-PC soll nun die entsprechenden Arbeitsstellen, passend zum Erwerbslosen bzw. dem Profil dessen, ausspucken. Das macht der “schlaue” PC auch, und der Erwerbslose und auch der ARGE-Mitarbeiter sind guter Hoffnung. Aber hoppla: Bei einem Koch ist das dann auf einmal eine Arbeitsstelle als Gärtner und bei einem Busfahrer gibt uns der Computer eine Arbeitsstelle als Rinder-Transporteur heraus. Ist doch fast das gleiche, oder?
ARGE-Mitarbeiter und Erwerbsloser nahmen`s locker flockig mit Humor. Schließlich soll man nichts unversucht lassen und der Wille von allen Beteiligten ist schließlich da.
Also wirklich – so ein verflixter, blöder Computer aber auch zum Donnerwetter noch mal!!!
Startseite - Veroeffentlicht von: Birgit am: Samstag, 20. Januar 2007 - Haftungsausschluss ![]() |
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